Projekt

2022 Projekt

Numismatik vernetzt 2022

Die im Mai 2021 begründete Online-Vortragsreihe der Numismatischen Kommission der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (NK) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Numismatischen Gesellschaft (DNG) und der Deutschen Gesellschaft für Medaillenkunst (DGMK) wird 2022 fortgesetzt. Durch den Titel „Numismatik vernetzt“ werden folgende Absichten formuliert: Zum einen sollen die Vortragsinhalte nach Möglichkeit Themen behandeln, die für den virtuellen Vortragsraum besonders geeignet sind, da sie Experten zusammenbringen, die weit entfernt voneinander wirken; gerne gesehen sind dabei Vorträge im Duett oder Trio. Aber der Titel ist vor allem auch inhaltlich gemeint: Vorträge und Veranstaltungen, die den Mehrwert des vernetzten Forschens und Arbeitens zeigen, auf die die Numismatik stolz sein kann, sind willkommen, doch auch Projektvorstellungen, die der numismatischen Welt nachhaltig nutzen. Gerade dies zeichnet die Arbeit der Numismatischen Kommission aus, deren Ermöglichungsstrukturen und Ergebnisse veranschaulicht werden sollen. Vernetzung findet über die Numismatik aber auch bei den Menschen untereinander statt: Nicht zuletzt ist so das gute Miteinander vieler NK-Mitglieder mit den verschiedenen Münzsammler-Vereinen in der DNG und mit der DGMK hervorzuheben. Fast alle Referentinnen und Referenten aus NK, DNG und DGMK engagieren sich auch ehrenamtlich mit hohem Einsatz für die Numismatik.

Prof. Dr. Bernhard Weisser (NK) - Dr. Barbara Simon (DNG) Dr. Martin Hirsch (DGMK)

2021 Projekt

Numismatik vernetzt 2021


Neue Online-Vortragsreihe der Numismatischen Kommission der Länder in der Bundesrepublik Deutschland, der Deutschen Numismatischen Gesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Medaillenkunst

Termine:
Jeder zweite Donnerstag im Monat, 18 bis ca. 19.30 Uhr (bitte beachten Sie auch den zusätzlichen Sondertermin am 20. Mai).

Die Corona-Pandemie hat die Vorteile von virtuellen Veranstaltungen deutlich werden lassen. Für die Numismatische Kommission der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (NK) mit ihren weit in Deutschland verstreuten Mitgliedern ist für einen regelmäßigen Austausch das digitale Veranstaltungsformat ohnehin unerlässlich. So können die Themen der Numismatischen Kommission untereinander und auch in größerer Öffentlichkeit diskutiert werden. Ziel dieser neuen Reihe ist es, den physischen Vortragsveranstaltungen in den numismatischen Vereinen und in der Deutschen Gesellschaft für Medaillenkunst dauerhaft ein zusätzliches Angebot zur Seite zu stellen. Mit der Deutschen Numismatischen Gesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Medaillenkunst wurde eine diesbezügliche Zusammenarbeit vereinbart.

Charakter der Veranstaltungsreihe:
Durch den Reihentitel ‚Numismatik vernetzt‘ werden folgende Absichten formuliert: Zum einen sollen die Vortragsinhalte nach Möglichkeit Themen behandeln, die für den virtuellen Vortragsraum besonders geeignet sind, da sie Experten zusammenbringen, die weit entfernt voneinander wohnen. Gerne gesehen sind auch Doppelvorträge. Aber der Titel ist vor allem auch inhaltlich gemeint. Vorträge und Veranstaltungen, die den Mehrwert des vernetzten Forschens und Arbeitens zeigen, auf die die Numismatik stolz sein kann, sind willkommen, dann aber auch gerne Projektvorstellungen, die der numismatischen Welt nachhaltig nutzen. Gerade dies zeichnet auch die Arbeit der Numismatischen Kommission aus, deren Ermöglichungsstrukturen und Ergebnisse veranschaulicht werden sollen. Schon Theodor Mommsen betonte den Wert kontextualisierender Arbeit. Jedes einzelne Exemplar ist wichtig. Die sorgfältige Untersuchung und Bestimmung ist Voraussetzung für jede weitere Untersuchung wie Stempelstudien, Typbeschreibungen bis hin zur Rekonstruktion von Münzsystemen, durch die die Objekte ihren numismatischen Wert erhalten. Im Medaillenbereich mag dies das Werkverzeichnis und die Charakterisierung einer Kunstepoche sein. Vernetzung findet über die Numismatik aber auch bei den Menschen untereinander statt. Nicht zuletzt ist das gute Miteinander vieler NK-Mitglieder mit den verschiedenen Münzsammler-Vereinigungen hervorzuheben. Fast alle Referentinnen und Referenten engagieren sich auch ehrenamtlich mit hohem Einsatz für die Numismatik.

Martin Hirsch  – Barbara Simon – Bernhard Weisser

 

Aktuell

13. Januar - Dr. Volker Heenes (Gotha): Jacopo Stradas „Magnum ac Novum Opus'l Ein numismatisches Corpus des 16. Jahrhunderts

Der Antiquar Jacopo Strada (ca. 1515-1588) schuf Mitte des 16. Jahrhunderts zwei monumentale numismatische Werke: zum einen ein ursprünglich 30-bändiges Corpus von Münzzeichnungen der römischen Kaiser bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts mit über 8.500 Zeichnungen, das „Magnum ac Novum Opus“ (heute in der Forschungsbibliothek Gotha); zum anderen ein 11 -bändiges  Werk mit systematischen Münzbeschreibungen, die „A.A.A. Numismatωn Antiquorum Διασκενή“ (heute in der Universitätsbibliothek Wien). Letztere ist ein wichtiges Zeugnis für die Vernetzung der damaligen Numismatiker, da sie jeweils die Sammlung angibt, in der Strada die Münzen gesehen haben will. In dem Projekt am Forschungszentrum Gotha werden beide Werke verglichen, um Münzzeichnungen und Münzbeschreibungen möglichst zu verbinden und zu identifizieren. Die Ergebnisse werden in den Datenbanken „Census of Ancient Works of Art and Architecture known in the Renaissance“ an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und „Translatio Nummorum“ am Kunsthistorischen Institut in Florenz - Max-Planck-Institut zugänglich gemacht.

Vortragsform

Vortragsform:
virtuell, webex von Bernhard Weisser
Teilnahme an Videokonferenz:
Empfehlenswert ist ein Headset (das vom Handy reicht). Da wir eventuell Websites oder Texte aufrufen, wäre ein Desktop (ab windows 10) wichtig.
Es gibt drei Möglichkeiten (diese Angaben verändern sich für weitere Treffen nicht):
1. Entweder rufen Sie im Browser https://spk-berlin.webex.com/meet/b.weisser auf (dafür sollten Sie einen Rechner mit Windows 10 haben)
2. oder Sie wählen sich mit Telefon 089-9546-7578 oder 0619-6781-9736 und der Meeting-Nummer/Zugangscode: 847 287 845 ein (dann können Sie nur ohne Bild teilnehmen).
3. oder Sie treten über die Webex Meetings Smartphone-App mit Meeting-Nummer/Zugangscode 847 287 845 bei.

Dr. Martin Hirsch
Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Medaillenkunst e. V.
www.medaillenkunst.de

Dr. Barbara Simon
Vorsitzende der Deutschen Numismatischen Gesellschaft e. V.
https://www.dng-nnb.de

Prof. Dr. Bernhard Weisser
Vorsitzender der Numismatischen Kommission der Länder in der Bundesrepublik Deutschland e. V.
www.numismatische-kommission.de

Termine

Die  Termine 2022:  13. Januar, 10. Februar,  10. März, 14. April,12. Mai, 9. Juni, 14. Juli, 11. August, 8. September, 13. Oktober, 10. November, 8. Dezember

2022 Programm

Veranstaltungsprogramm für 2022:

10. Februar - Dr. Ralf Fischer zu Cramburg (Brüssel/Koblenz): Wem gehört der (Münz-)Schatz?

Ungeklärte oder streitige Eigentumsfragen erweisen sich in der Praxis oft als Hürde für die Bereitschaft zu Fundmeldungen. Die bereits im römischen Recht verfügte „Hadrianische Teilung“ zwischen Entdecker und Grundeigentümer stellt dabei die bekannteste an den Interessen von Privaten orientierte Lösung dar. Ihr treten Modelle entgegen, die in unterschiedlichen Abstufungen staatliche Aneignungsrechte („Schatzregale“) vorsehen, die oft auf den wissenschaftlichen Wert der Funde abstellen. Welche dieser Varianten einerseits gerecht ist und andererseits die Kulturgutsicherung garantiert, ist Gegenstand anhaltender Kontroversen zwischen Archäologen, Numismatikern und Juristen.

 

10. März - Dr. Susanne Börner (Heidelberg) und Dr. Matthias Ohm (Stuttgart): Nachwuchsförderung und NumiScience. Zur Zusammenarbeit von Universität und Museum in Baden-Württemberg

Universitäre und museale Numismatik arbeiten in Baden-Württemberg eng zusammen. Durch gemeinsame Lehrveranstaltungen werden Nachwuchswissenschaftler epochenübergreifend ausgebildet. Anschließend bearbeiten sie Bestände in Museum und Universität, die dann für die eLearning-Plattform www.NumiScience.de zielgruppenspezifisch aufbereitet werden. NumiScience wurde 2017 durch den Numismatischen Verbund in Baden-Württemberg (NV BW) ins Leben gerufen, um die Fachdisziplin Numismatik nachhaltig zu stärken. Die eLearning-Plattform realisiert interaktive Module aus allen Epochen für verschiedene Nutzungskreise (Schule, Universität usw.).

 

14. April - Prof Dr. Fleur Kemmers (Frankfurt a. M.) und Prof Dr. Sabine Klein (Bochum): Messen an Münzen. Metallanalysen in der Numismatik

Welche Methoden kommen zum Einsatz, um der Legierung und der Herkunft der für eine Münzprägung verwendeten Metalle auf die Spur zu kommen? Welche Vor- und Nachteile haben diese Methoden? Wie lassen sich die Ergebnisse historisch-numismatisch auswerten? Fleur Kemmers, Numismatikerin an der Goethe-Universität Frankfurt a. M., und Sabine Klein, Mineralogin und Archäometallurgin am Deutschen Bergbaumuseum Bochum, haben in mehreren numismatisch-metallurgischen Projekten zusammengearbeitet und berichten über ihre Erfahrungen, Herausforderungen und Ergebnisse.

2021 Programm

Veranstaltungsprogramm für 2021:

13.5. Dr. Barbara Simon und Prof. Dr. Bernhard Weisser (Berlin): „Numismatik vernetzt". Zur neuen Vortragsreihe mit anschließendem Gespräch über die kommunikativen Funktionen der Münzen bei Augustus. Nach einer Einführung in die neue Vortragsreihe halten die Referenten jeweils Kurzvorträge zur Frage nach den neuen Bildern des ersten Princeps des römischen Kaiserreiches (30 v. Chr. – 14 n. Chr.).

20.5. Dr. Klaus Vondrovec (Wien), Dr. Karsten Dahmen (Berlin), Prof. Dr. Johannes Wienand (Braunschweig) et al., Die IKMK-Familie. Seit 14 Jahren gibt es den Interaktiven Katalog des Münzkabinetts der Staatlichen Museen zu Berlin. Weit über 40 Münzsammlungen nutzen dieselbe Technik zur Erschließung ihrer numismatischen Objekte und greifen auf gemeinsame Normdaten zu. Der 14. Geburtstag in zeitlicher Nähe zum Internationalen Museumstag bietet Anlass, ein neues Kapitel der Erfolgsgeschichte aufzuschlagen.  

10.6. Dr. Martin Hirsch und Dr. Dietrich O. A. Klose (München): Hand Große Kunst. Die Medaillenkunst von 2007 bis heute und die Deutsche Gesellschaft für Medaillenkunst. Derzeit ist in der Staatlichen Münzsammlung München in der Residenz die Ausstellung „Hand Große Kunst“ zu sehen. Ausstellung und umfangreicher Katalog bieten einen Überblick über die Medaillenkunst in Deutschland seit 2007. Die kuratorische Begleitung der zeitgenössischen Kunst ist ein Anliegen der Staatlichen Münzsammlung, aber auch anderen Münzsammlungen in Deutschland.

8.7. Arne Kirsch (Zürich) und Christian Stoess M. A. (Berlin): Die dunkle Seite der Numismatik: Fälschungen. Solange es Münzen gibt, gibt es auch Münzfälschungen. Hier geht es um die Fälschungen, die zum Schaden von Münzsammlern angefertigt werden. Welche Maßnahmen ergreift der Münzenhandel, um sich vor Fälschungen zu schützen? Welche Rolle spielen die öffentlichen Münzsammlungen dabei?

12.8. Dr. Ulrich Himmelmann und Bettina Hünerfauth M.A. (Speyer), Bei dir piept’s wohl?! Sondengänger in der Landesarchäologie Rheinland-Pfalz. Die Zusammenarbeit mit sehr engagierten Sondengängern und der Archäologie kann außerordentlich gewinnbringend und bereichernd sein. Anhand verschiedener Beispiele aus der Praxis werden Perspektiven und Herausforderungen im Umgang mit den ehrenamtlichen Mitarbeitern beschrieben.

9.9. Dr. Angela Berthold (Berlin), Dr. Ulrike Peter (Berlin) und Dr. Karsten Tolle (Frankfurt), Corpus Nummorum und Künstliche Intelligenz.  Chancen und Herausforderungen. Die Erfassung und Analyse der vielen überlieferten antiken Münzen lässt sich durch digitale Werkzeuge unterstützen, die gemeinsam vom Big Data Lab der Universität Frankfurt und den Numismatikern entwickelt werden.

14.10. Stefan Kötz M.A. (Münster), Diener zweier Herren – Synergien für die (Landes-)Numismatik aus musealer und bodendenkmalpflegerischer Arbeit. Numismatik wird in Münster in Landesmuseum und Landesarchäologie traditionell in Personalunion betrieben. Dem Dualismus aus Museum und Archäologie – ihrerseits vielfach eingewoben in das trinitäre numismatische Beziehungsnetz aus Wissenschaft, Sammlern und Handel – steht hier die Einheit gegenüber. Die Synergie-Effekte dieses klassischen Modells der Landesnumismatik reichen dabei weit über die landeskundliche Numismatik hinaus.

11.11. Dr. Karsten Dahmen (Berlin), Dr. Katharina Martin (Münster) und Prof. Dr. Johannes Wienand (Braunschweig), Der Verbund numismatischer Universitätssammlungen in Deutschland (NUMiD). Von 2017 bis März 2021 unterstützte das BMBF ein Projekt zur digitalen Veröffentlichung universitärer Münzsammlungen. Wie können die entstandenen Strukturen auch nach Projektende weiter genutzt werden?  

9.12.  Dipl.-Inf. Mario Schlapke (Weimar): Der Fundkatalog Mittelalter/Neuzeit der Numismatischen Kommission – Geschichte, Stand und Zukunft. Seit ihrer Gründung im Jahr 1950 bildet der von Walter Hävernick initiierte Katalog der Münzfunde in Deutschland ab 750 einen Arbeitsschwerpunkt der Numismatischen Kommission. Seine Entwicklung reicht von umfangreichen analogen Karteikarten-Sammlungen bis zu einem neuen digitalen Portal auf der Website der Numismatischen Kommission. Die Präsentation gibt einen Einblick in diese Entwicklung und stellt den Aufbau des Katalogs vor. Anhand von Beispielen wird sein wissenschaftlicher, weit über die Numismatik hinausgehender, Wert aufgezeigt.