Verein

 

Vorsitzender:
Klaus-Rudolf Reuter

Heidelberger Landstr. 175
64297 Darmstadt

Homepage: www.muenzfreunde-darmstadt.de

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Tausch-, Informations- und Vortragsabend:

in der Geibel'schen Schmiede in Darmstadt-Eberstadt, Oberstraße 20,

am 2. Freitag im Monat (außer Dezember),  Einlass 18.30 Uhr, Vortrag 20.00 Uhr.

 

Aktuell

Aktuell:

Solange die Coronapandemie andauert finden keine Veranstaltungen statt.

 

Programm

Programm 2021

652. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.abgesagt

Freitag, den 8. Januar 2021

Dr. Barbara Simon: Epidemien im Spiegel der Medaillenkunst

 

653. Informations- und Tauschabend. abgesagt

Freitag, den 12. Februar 2021

ab 20.00 Mitgliederversammlung ohne Vorstandswahlen

 

654. Informations-, Tausch- und Vortragsabend. abgesagt

Freitag, den 12. März 2021

Klaus Reuter: DDR aus der Sicht des Geldes

 

655. Informations-, Tausch- und Vortragsabend. abgesagt

Freitag, den 9. April 2021

Dr. Wolfgang Becker: Wie sehen Pfälzer Pfennige aus?

 

656. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 14. Mai 2021 abgesagt

Michael Sander: Münzmarkt und Münzhandel im Internetzeitalter - Aktuelle Trends und Entwicklungen

 

657. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 11. Juni 2021

Horst-Dieter Müller: Brandenburg-Preußen von der „Streusandbüchse“ zum Weltreich. Von den brandenburgischen Kurfürsten zu den Königen von Preußen und Kaisern des Deutschen Reiches.

 

658. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 9. Juli 2021

Dr. Gunter Quarg: 150. Geburtstag Rudolf Bosselt (1871-1938). Medaillen und Plaketten seiner Darmstädter Zeit

 

659. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 13. August 2021

Heiko Schneider: Der Freiheitskampf der Griechen 1821-1829 und die Münzen Griechenlandes bis 1833

 

660. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 10. September 2021

Karl Heinz Fröhner:  Serratus Denare des L. Papius 79 v.u.Z.

 

661. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 8. Oktober 2021

Dr. Gunter Quarg: 350 Jahre Glockenspiel des Schlosses in Darmstadt 1671-2021

 

662. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 12. November 2021

Michael Arndt: Friedensnobelpreis 2020: Welternährungsprogramm auf Münzen und Medaillen

 

Programm 2020

641. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 11. Januar 2020

Das besondere numismatische Objekt. - Vereinsmitglieder präsentieren eine Münze, Medaille oder einen Geldschein aus der eigenen Sammlung.

 

642. Informations- und Tauschabend.

Freitag, den 14. Februar 2020

ab 20.00 Mitgliederversammlung mit Vorstandswahlen

 

643. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 13. März 2020

Ludwig Kranz: Faszination Antike - selbst erlebt und vielfach weitergegeben. Erfahrungsbericht eines begeisterten Sammlers antiker Münzen

 

644. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 17. April 2020 (Achtung: 1 Woche nachverlegt wg. Karfreitag) abgesagt

Dr. Wolfgang Becker: Wie sehen Pfälzer Pfennige aus?

 

645. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 8. Mai 2020

Michael Sander: Münzmarkt und Münzhandel im Internetzeitalter - Aktuelle Trends und Entwicklungen abgesagt

 

646. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 12. Juni 2020

Dr. Gunter Quarg: 200 Jahre Hessisches Landesmuseum Darmstadt 1820-2020 verlegt auf 14.August 2020

 

647. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 10. Juli2020

Klaus Reuter: DDR aus der Sicht des Geldes abgesagt

 

648. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 14. August 2020

Karl Heinz Fröhner: Deutscher Beitrag zur Medaillenausstellung der FIDEM XXXVI in Tokio 2020 fällt aus

 

649. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 11. September 2020

Prof. Dr. Johannes Nollé: Tieropfer in der griechischen und römischen Antike – Antike Gedanken zum Töten von Lebewesen und zum Fleischkonsum.

 

650. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 9. Oktober 2020

Dr. Gunter Quarg: 175 Jahre Langer Ludwig 1844-2019 (2020)

 

651. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 13. November 2020

Karl Heinz Fröhner: Deutsche Gesellschaft für Medaillenkunst (DGMK) – Rückblick Jahrestagung 2020 fällt aus

 

Programm 2019

630. Informations- und Tauschabend.

Freitag, den 11. Januar 2019

Klaus Reuter: Münzen und Geschichte der ernestinischen Fürsten aus Altenburg und Gotha. Teil 3

 

631. Informations- und Tauschabend bis 20.00 Uhr

Freitag, den 8. Februar 2019

ab 20.00 Uhr nichtöffentliche Mitgliederversammlung ohne Vorstandswahlen

 

632. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 8. März 2019

Ludwig Kranz: Kaiser Diocletian und seine Reformen

 

633. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 12. April 2019

Dr. Frank Berger: Der Weg des Silbers. Von Potosi nach Frankfurt

 

634. Informations-, Tausch- und Vortragsabend 

Freitag, den 10. Mai 2019

Karl Heinz Fröhner: 700 Jahre Münzprägung in Frankfurt am Main (Teil 2)

 

635. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 14. Juni 2019

Dr. Gunter Quarg: 350 Jahre E. Merck, Chemische Fabrik, Darmstadt 1668 – 2018 Medaillen und Plaketten

 

636. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 12. Juli 2019

Dr. Becker, Metallbestimmungen

 

637. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 16. August 2019

Dr. Gunter Quarg: 150. Geburtstag von Ernst-Ludwig Großherzog von Hessen-Darmstadt 1868-1937

 

638. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 13. September 2019

Horst-Dieter Müller: Präsentation des Typenkatalogs Münzen und Medaillen der Hessischen Landgrafschaften unter besonderer Berücksichtigung seltener und unedierter Hessen-Darmstädtischer Prägungen.

 

639. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 11. Oktober 2019

Michael Arndt: FAO- Münzen (Arbeitstitel)

 

640. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 8. November 2019

Heiko Schneider: 400. Todestag Julius Echter von Mespelbrunn – Fürstbischof von Würzburg

 

Programm 2018

619. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 12. Januar 2018

Dr. Gunter Quarg: Münzprägestätten in Darmstadt (1618-1822)

 

620. Informations- und Tauschabend.

Freitag, den 9. Februar 2018

ab 20.00 Uhr nichtöffentliche Mitgliederversammlung ohne Vorstandswahlen

 

621. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 9. März 2018

Ludwig Kranz: Römische Verkehrswege im Lichte römischer Münzen

 

622. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 13. April 2018

Karl Heinz Fröhner: Deutscher Beitrag zur Medaillenausstellung der FIDEM XXXV in Ottawa 2018

 

623. Informations-, Tausch- und Vortragsabend 

Freitag, den 11. Mai 2018

Heiko Schneider: 400. Todestag Julius Echter von Mespelbrunn – Fürstbischof von Würzburg

 

624. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 8. Juni 2018

Klaus Reuter: Münzen und Geschichte der ernestinischen Fürsten aus Altenburg und Gotha

 

625. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 13. Juli 2018

Dr. Gunter Quarg: Wallonen, Hugenotten, Waldenser - Glaubensflüchtlinge in Hessen im 16. und 17. Jahrhundert

 

626. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 10. August 2018

Karl Heinz Fröhner: Anfänge des deutschen Papiergeldes 1772-1870

 

627. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 7. September 2018,  (Achtung vorverlegt)

Hans Dieter Graf: Medaillen erzählen Geschichte - Medaille auf die Errichtung des Reformations-Denkmals vor 150 Jahren in Worms (1868)

 

628. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 12. Oktober 2018,

Michael Arndt: FAO- Münzen (Food & Agriculture Organization of the United Nations)

 

629. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 9. November 2018

Dr. Gunter Quarg: 150. Geburtstag von Ernst-Ludwig Großherzog von Hessen-Darmstadt 1868-1937

 

kein Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

am Freitag, den 14. Dezember 2018

Programm 2017

Programm 2017:

607. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 13. Januar 2017

Dr. Gunter Quarg: Verbum domini manet in aeternum - Bibelverse auf Münzen und Medaillen

 

608. Informations- und Tauschabend.

Freitag, den 10. Februar 2017

ab 20.00 Uhr nichtöffentliche Mitgliederversammlung ohne Vorstandswahlen

 

609. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 10. März 2017

Ludwig Kranz: Kinderdarstellung auf römischen Münzen

 

610. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 7. April 2017 (vorverlegt wg. Karfreitag)

Dr. Wolfgang Becker: Pilligerheck: 2000 karolingische Münzen gefunden. 

 

611. Informations-, Tausch- und Vortragsabend 

Freitag, den 12. Mai 2017

Dr. Wolfgang Dreher: Die Münzen der russischen Zaren von Alexander I. bis Nikolaus II.

 

612. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 9. Juni 2017

Karl Heinz Fröhner: Medaillenprojekt – MUSE MACHT MONETEN 

 

613. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 14. Juli 2017

Dr. Gunter Quarg: Darmstadt Specials 1917

 

614. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 11. August 2017

Klaus Reuter: Von - der König rief und alle kamen - bis zu den Ernestinern

 

615. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 8. September 2017

Hans Dieter Graf: Medaillen erzählen Geschichte: Medaille auf die Errichtung des Gutenberg-Denkmals in Ney York City (1899) 

 

616. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 13. Oktober 2017,

Rainer Haseitl: Gold uns Silber lieb ich sehr - Anlagemünzen der Neuzeit

 

617. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 10. November 2017

Heiko Schneider: 400. Todestag Julius Echter von Mespelbrunn – Fürstbischof von Würzburg

 

618. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 8. Dezember 2017
Kurzvortragsreihe

- Klaus Reuter: Kalendermedaillen

- Dr. Gunter Quarg: ". . .  FÜR DAS DEUTSCHE VATERLAND" Helmut Kohls Geschenkmedaille

Programm 2016

Programm 2016:

595. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 8. Januar 2016

Dr. Gunter Quarg: Friedrich Kraus (Darmstadt 1848-1916) Münzmeister auf drei Kontinenten

 

596. Informations- und Tauschsabend.

Freitag, den 12. Februar 2016

ab 20.00 Uhr nichtöffentliche Mitgliederversammlung mit Vorstandswahlen

 

597. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 11. März 2016

Dr. Barbara Simon: Münzprägungen der Grafschaft Erbach

 

598. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 8. April 2016

Dr. Gunter Quarg: Kleinbronzen der frühen römischen Kaiserzeit

 

599. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 13. Mai 2016

Dr. Wolfgang Dreher: Die Münzen der Russischen Zaren von Peter dem Großen bis Paul (18. Jhdt.)

 

600. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 10. Juni 2016

Dr. Gunter Quarg: Kaiserin Faustina II. (130-175/76) im Münzbild – (K)ein Jubiläum 2016

 

601. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 8. Juli 2016
Karl Heinz Fröhner: Deutscher Beitrag zur FIDEM XXXIV - Medaillenausstellung Namur/Gent 2016.

 

602. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 12. August 2016
Dr. Rainer Albert: "Frisch auf, mein Volk, mit Trommelschlag". Das Revolutionsjahr 1848 in der deutschen Münzprägung.

 

603. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 9. September 2016
Dr. Gunter Quarg: Friedrich von Hessen-Darmstadt (1616-1682). Medaille auf seine Ernennung zum Kardinal, Rom 1952.

 

10. Darmstädter Münzsammlertreffen

Freitag, den 14. Oktober 2016, 
- Dr. Gunter Quarg: 750 Jahre Groschenprägung
- Karl Heinz Fröhner: Frankfurter Turnosegroschen

 

605. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 11. November 2016
Leonhard Hammel: Schmuck und Gebrauchsgegenstände aus Münzen und Medaillen gefertigt.

 

606. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 9. Dezember 2016
Kurzvortragsreihe
- Dr. Gunter Quarg: In eiserner Zeit. Gusseisenmedaillen aus dem 1. Weltkrieg
- Karl Heinz Fröhner: Medaillenprojekt - Gold gab ich für Eisen

Programm 2015

Programm 2015:

 

584. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 13. Februar 2015

Dr. Gunter Quarg: Der Görlitzer Schekel Georgs I. von Hessen-Darmstadt

 

585. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 13. März 2015

Dr. Rainer Albert: Schlacht von Actium, 31 v. Chr.

 

586. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 10. April 2015

Michael Arndt: Erare humanum est - redaktionelle Fehler auf modernen Münzen

 

587. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 8. Mai 2015

Dr. Gunter Quarg: Austern für den Großherzog – was Abfälle des Darmstädter Schlosses verraten

 

Exkursion

Samstag, den 6. Juni 2015

Bahnfahrt nach Frankfurt/Höchst u.a. mit Führung Bolongaropalast

 

588. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 12. Juni 2015

Dr. Wolfgang Becker: Palatiner Münzen der Vorwittelsbacher Zeit

 

589. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 10. Juli 2015

Leonhard Hammel: Geld und Leben zur Niebergall-Datterichzeit.
Nachlese zum Datterich Festival 2015 (4.-14.6.)

 

590. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 14. August 2015

Karl Heinz Fröhner: Jahresmedaillen der Deutschen Gesellschaft für Medaillenkunst

 

591. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 11. September 2015

Reinhard Seeck: „Geheimnis“-volle Stücke einer Sammlung

 

592. Informations-, Vortragsabend und 9. Darmstädter Münzsammlertreffen

Freitag, den 9. Oktober 2015

Dr. Gunter Quarg: Hessen Darmstadt als Mitglied des Deutschen Bundes von 1815

Karl Heinz Fröhner: Der Fürstentag zu Frankfurt am Main im August 1863

 

Samstag, den 10. Oktober 2015

9-15 Uhr Tauschtreffen, Gäste herzlich willkommen

 

593. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 13. November 2015

Heiko Schneider: Der 30-jährige Krieg im Spiegel der zeitgenössischen Münzen

 

594. Informations-, Tausch- und Vortragsabend.

Freitag, den 11. Dezember 2015

„Ei, läwe mer dann in de Derkei ?“ Orientalische Spuren in Datterichs Darmstadt

Berichte

Exkursion - Das Geldmuseum der Sparkasse Starkenburg

Das Geldmuseum der Sparkasse Starkenburg

Ihre jähr1iche Exkursion führte die Münzfreunde Darmstadt im Juni 2019 zum Geldmuseum der Sparkasse Starkenburg in Heppenheim an der Bergstraße. Abgesehen vom Vereinsmitglied Manfried Bauer, der die Kontakte geknüpft hatte, kannte keiner der Teilnehmer dieses Haus, ein Versäumnis, dem dieser Kurzbericht abhelfen möchte. Das Museum befindet sich in der Alten Sparkasse, einem villenähnlichen Gründerzeitbau (s.Abb.) aus den der Bankbetrieb schon seit etlichen Jahren in einen modernen Neubau umgesiedelt wurde.

Schon im ersten Raum‚ mit einer Sonderausstellung hessen-darmstädtischer Münzen (seit 1805 ist Heppenheim von Kurmainz an Hessen gelangt)‚ zeigt bedeutende numismatische Raritäten, wie z.B. das von Leonhard Posch modellierte Eisengußmedaillon mit Porträt des Großherzogs Ludwig I. (reg. 1806-1830)‚ das im Standardkatalog von Schütz fehlt. Spitzenreiter unter weiteren Glanzstücken ist aber ein Exemplar der Münze zu 5 Gulden 1835 aus hessischem Rheingold (Schütz Nr. 3330 o. Abb.), von der nur 60 geprägt wurden. Die nächsten Räume sind der Geschichte des Sparens und speziell der Sparkasse Starkenburg (gegr. 1830) gewidmet, aus deren altem Gerätebestand Zähl- und Sortiermaschinen für Kleingeld, Registrierkassen, Waagen, Stahl- und Tresorschränke, sowie Spardosen und Sparbücher präsentiert werden. Die Zimmer mit den Münzen und Geldscheinen‚ zur Geldwert-Stabilität (Inflation von 1923)‚ zum Euro und seinen Ausgabestaaten gaben viele Anregungen zu Gesprächen der Besucher mit den sachkundigen beiden Museumsführern. Als überraschend groß und vielseitig erweist sich die Sammlung vormünzlicher Zahlungsmittel aus Afrika, Asien Ozeanien usw. in der von der Kaurimuschel bis zum Steingeld der Insel Yap fast alles zu sehen ist, was Spezialisten dieses Gebiets erwarten.

Daß die Münzfreunde Darmstadt überdies mit einem Sektempfang, Mittagessen und anschließender Führung durch die Heppenheimer Altstadt bedacht wurden gehört sicher nicht zum Standardprogramm des Geldmuseums, das gleichwohl ein sehr lohnendes Ausflugsziel für Numismatiker ist.

 

Geldmuseum der Sparkasse Starkenburg

Laudenbacher Tor 4

64646 Heppenheim a.d.B.

Email: geldmuseum[at]sparkasse-starkenburg.de

Geöffnet: März - Dezember, Sonntag 14 - 17 Uhr

Führungen nach Voranmeldung für Besuchergruppen Montag-Freitag.

G. Quarg

49. Süddeutsches Münzsammlertreffen in Darmstadt 10.-12. Okt. 2014

Das 49. Süddeutsche Münzsammlertreffen in Darmstadt 10.-12. Okt. 2014

Eine Rückschau

Ausrichter des Treffens waren die Münzfreunde Darmstadt 1962 e.V. (MfD). Der Vorabend, Freitag 10.10. war als normales Tausch-, Informations- und Vortragstreffen der MfD ausgewiesen, fand aber wegen des besonderen Anlasses und der bereits angereisten Gäste im Großen Saal des Prinz-Emil-Schlösschens statt. Referent war MfD-Mitglied Michael Arndt, der über die Münzen und Medaillen der Food and Agricultural Organisation (FAO) der Vereinten Nationen sprach. Das Hauptziel der FAO, die Verbesserung von Ernährung und Landwirtschaft für die Völker der Erde versuchte man zunächst durch werbende Bilder und Texte auf Umlaufmünzen einzelner Mitgliedstaaten zu erreichen, später durch den Verkaufserlös von kommerziell vertriebenen Sammlermünzen mit entsprechenden Motiven. Dazu kamen noch einige Kunstmedaillen, mit denen das Programm um das Jahr 2000 abgeschlossen wurde und die Arndt mit einer Auswahl der Münzen in einer Vitrine zeigte.

 

Das Generalthema der Tagung (Münzkabinette) illustrierte der Vorsitzende der MfD, Karl Heinz Fröhner mit einer Ausstellung von Medaillen und Münzen auf Münzkabinette und Museen mit Münzsammlungen z.Bsp. in Berlin, Karlsruhe, Schwerin, Kopenhagen, Prag, Wien usw. Nach seinem Grußwort und der Eröffnung durch den Vizepräsidenten der DNG, Dr. Rainer Albert, stand im ersten Referat von Dr. Gunter Quarg (MfD) das lokale Münzkabinett des Hessischen Landesmuseums Darmstadt (HLMD) auf der Tagesordnung des 11.10. Aus diversen fürstlichen Sammlungen des 18. und 19. Jahrhunderts entstanden, umfaßte es bis zur Zerstörung von 2/3 des Bestandes beim Bombenangriff am 11./12.9.1944 ca. 60 000 Münzen, Medaillen und einige Prägestempel. Restaurierung und Wiederaufbau der musealen Abteilung des HLMD gestalteten sich schwierig. Eine wesentliche Verbesserung von Kenntnis, Ordnung und Aufbewahrung der ca. 20 000 im Tresor befindlichen Stücke brachte die in den Jahren 2010-2013 angeordnete Evaluierung (Zählung und Taxierung) der numismatischen Objekte, von denen seit Jahrzehnten wieder einige wenige im sanierten Landesmuseum ausgestellt sind.

Im 2. Vortrag des 11.10. konzentrierte sich Dr. Martin Hirsch(Staatliche Münzsammlung München) auf zwei Schwerpunkte: die Gründung und Erstausstattung der Sammlung durch Herzog Albrecht V. von Bayern (1528- 1579) und die Arbeiten ihres Direktors Georg Habich (1868-1932, im Amt 1895 - 1932), der vor allem durch sein Korpuswerk der deutschen Schaumünzen des 16. Jahrhunderts bekannt ist. Richtig spannend wurde der Habich-Exkurs, als Hirsch. einen kürzlich gemachten Überraschungsfund beschrieb: Gipse, Fotos und Karteikarten für die von Habich geplante, aber erst nach dem 2. Weltkrieg begonnene 2. Abteilung des Korpus mit Medaillen unbekannter Meister, geordnet nach dem Alphabet der Dargestellten.

Die Führungen am Samstagnachmittag wurden durch zunehmend sonniges Wetter begünstigt so daß nicht nur die Besucher des HLMD, sondern auch die im Botanischen Garten auf ihre Kosten karten. Allen Museumsinteressenten wird der überraschend winzige "Münzerker" im Waffensaal im Gedächtnis bleiben, der schöne und seltene Stücke präsentierte, in der Korrelation zwischen Beschreibung und zugehörigem Objekt jedoch Wünsche offenließ, die im Gästebuch des HLMD notiert wurden. Die gleichzeitig mit den Führungen angebotene Münzbörse durch Vereinsmitglieder, eine Tradition der Süddeutschen Sammlertreffen, von der die MFD nicht lassen möchten, wurde freilich nur wenig besucht.

Der Sonntagvormittag (12.10.) brachte in dem Vortrag von Dr. Matthias Ohm (Münzkabinett des Württembergischen Landesmuseums Stuttgart) manche Parallen mit Darmstadt zutage. So gelang es auch hier heutige Bestände in alten Inventaren nachzuweisen. Ähnlich wie in Darmstadt führte die Neuorientierung der Museumsdidaktik, zur Reduzierung der einst reichlich bestückten Münzenausstellung auf wenige Themenvitrinen.

Im Gegensatz dazu konnte Dr. Alexander Ruske (Geldmuseum der Deutschen Bundesbank Frankfurt a.M.) über den geplanten Ausbau der jetzt schon großen Halle bis 2016 berichten, die den Münzen, Medaillen, vormünzlichen Zahlungsmittel und der relativ riesigen Papiergeldsammlung der Bundesbank ein repräsentativen Rahmen geben wird.

Den fürstlichen Glanz des Gothaer Münzkabinetts brachte dessen Leiterin Uta Wallenstein in eindrucksvollen Bildern zum Leuchten. Nicht nur verfügt das Schloß Friedenstein noch über die originale Kabinettsausstattung des 18. Jahrhunderts, sondern auch über große Serien prächtigster Gold-, und Silbermünzen und -medaillen. Beim Publikum höchst erfolgreich ließ sich durch die Einrichtung des Neuen Kabinetts der für die Nachwuchsförderung so wichtige Kreis junger und jüngster Münzliebhaber bedeutend vergrößern.

Erfreut konnte man zwischen den Vorträgen einen lebhaften Austausch von Erfahrungen, Meinungen, Projektideen, Adressen und Fotos beobachten, der durch die nicht zu hohe Teilnehmerzahl, die familiäre Atmosphäre des Prinz-Emil-Schlößchens und das schöne Wetter beflügelt wurde. Soweit zu hören war, haben alle das Treffen zufrieden verlassen. Mehr kann man sich als Veranstalter nicht wünschen.

Gunter Quarg

Conrad Heinrich Küchler- ein Hesse

NNB 8/1998, S. 338

Conrad Heinrich Küchler — ein Hesse!

Joachim Schörner

Am 15. Juli 1810, vier Tage nach seinem Tod, wurde in Handsworth bei Birmingham (England) der Stempelschneider Conrad Heinrich Küchler begraben - ein Fremder in fremdem Land, dessen Grab auf dem Friedhof zu Handsworth weder über sein Alter noch seine Abstammung Auskunft gibt. An die 17 Jahre hatte er Münz- und Medaillenstempel für die Soho-Münzstätte des englischen Unternehmers Mathew Boulton gestochen, Werkzeuge für Kleinkunstwerke, denen Sammler und Historiker noch heute ihre Aufmerksamkeit widmen. Nur wenig über sich selbst preisgebend, kannten ihn seine englischen Zeitgenossen kaum mehr als „native of Germany“ mit „rough German covering & surly manner“.1 Noch vier Jahre nach Küchlers Tod war die Nachricht darüber nicht nach Deutschland gelangt, wie einem Brief seines Bruders Georg Heinrich vom 2. Mai 1814 von Bessungen (Darmstadt) nach Soho zu entnehmen ist. 2

Einschlägige Künstlerverzeichnisse und -lexika wie Forrer und Thieme/Becker geben keine oder nur vage, mitunter auch falsche Informationen über Küchlers Vorleben. Genannt werden Aufenthalte in Darmstadt (1763-1777), Mannheim (1766), Frankfurt am Main (1775) und Amsterdam. Von dort aus scheint er vor dem Vorrücken der Franzosen in den Niederlanden nach England geflüchtet zu sein.3 Mehr weiß man über seinen weiteren Lebensweg. Zu Beginn des Jahres 1793 hatte ihm Richard Chippendale, Boultons Londoner Agent, die Bekanntschaft mit dem Birminghamer Unternehmer vermittelt, der seinerzeit einen künstlerisch und handwerklich versierten Stempelschneider für Münzen und Medaillen suchte. In der Folge wurde Küchler von Boulton mit Aufträgen versorgt, was bewirkte, daß er im Sommer 1795 seinen Arbeitsbereich in die Soho-Münzstätte bei Birmingham verlegte. Das Verhältnis der beiden war nicht immer ungetrübt, da sich Küchler in Boultons Augen oft allzu reizbar und launisch zeigte. Unzufrieden mit seinen Konditionen verließ er Anfang 1802 seinen Auftraggeber, um in Greenwich für den Goldschmied Benjamin Smith Silberschmuck herzustellen. Boulton veranlaßte daraufhin Chippendale nach Küchler zu suchen und sie in beidseitigem Einvernehmen wieder zusammenzuführen, was mit dessen Rückkehr nach Soho im Dezember 1802 auch gelang.4 Alles in allem hinterließ Küchler ein Œvre von über 30 Medaillen auf verschiedene Ereignisse, darüber hinaus eine Vielzahl Münzen und Probemünzen, auch für ausländische Höfe. Außergewöhnlich und berühmt sind die schweren englischen Kupfermünzen von 1797, sogenannte „Karrenräder“, auf deren Vorderseite Küchlers Signatur, ein kleines K, am unteren Rand des Brustbilds König Georgs III. erscheint.

Wenn man sich nun die Mühe macht, im „Deutschen Geschlechterbuch“, Band 96, Seite 133ff. nachzuschlagen, wird man auch hinsichtlich Küchlers Herkunft fündig. Dort erfährt man, daß der Ursprung seiner Familie in Mörfelden im Ried (Hessen) liegt und er aus deren älterem (Darmstädter) Ast hervorging. Demnach kam Conrad Heinrich Küchler am 10. Mai 1746 als fünftes von dreizehn Kindern des Fürstlich Hessischen Hofküfers und Kellerverwalters Johann Heinrich Küchler (1713-1773) und der Anna Margareta, geborene Dechert (1719-1793), in Darmstadt zur Welt. Bemerkenswerterweise bezeichnet dieselbe Quelle seinen jüngeren Bruder Johann Christoph Küchler als Münzgraveur zu Darmstadt, was auf entsprechende Ausbildungsmöglichkeiten am Ort schließen läßt (Darmstädter Schule). Laut Jacob Christoph Carl Hoffmeister wurde Conrad Heinrich Küchler am 18. April 1768 vom damaligen Landgrafen Ludwig VIII. von Hessen-Darmstadt zum „Cabinet-Medailleur“ an der Münze zu Darmstadt anstelle des verstorbenen Münzgraveurs Roth ernannt. Der Landgraf, der als ausgesprochener Liebhaber der Jagd bekannt war, hielt sich in diesem Amt einen eigenen Medailleur, um sogenannte Jagdmünzen herstellen .zu lassen, die er als Prämien an seine Jagdgenossen verteilen ließ. Erste Ergebnisse von Küchlers Graveurkunst scheinen jedoch die mit C.H.K. signierten ganzen und halben Konventionstaler von 1763 zu sein (Hoffmeister Nr. 3792 und 3794). Das Bild Küchlers ist durch eine Selbstporträt-Medaille vermutlich von 1777 überliefert, die nur (noch) im Foto eines Gipsabgusses greifbar zu sein scheint (siehe Abb.)5.

Die vorliegenden familiengeschichtlichen Angaben schließen nunmehr eine Lücke im Erkenntnisstand hinsichtlich der Personen im Umfeld Boultons. Spekulativ bleiben jedoch noch die Hintergründe der Auswanderung des immerhin über vierzigjährigen Küchler nach England - ein Land, das ihm Exil bot, durch die Verbindung mit Boulton Gelegenheit gab, ein umfangreiches künstlerisches Lebenswerk zu schaffen, ihm aber auch das fragwürdige Schicksal bestimmte, in fremder Erde begraben zu werden.

 

Quellenverzeichnis

1) Pollard, J. G.: Mattew Boulton and Conrad Heinrich Küchler. Numismatic Chronicle, Ser. 7, Vol. 10(1970), pp. 259-318.

2) Forrer, L.: Biographical Dictionary of Medallists, Coin-, Gem-, and Seal-Engravers, Mint-Masters, & c. Vol. III, pp. 234-243, Vol. VII, pp. 521-522.

3) Thieme, U.; Becker, F.: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler, von der Antike bis zur Gegenwart. Leipzig. Band 22, S. 48.

4) Deutsches Geschlechterbuch, Band 96, S. 133ff. Görlitz 1937.

5) Hoffmeister, J. C. C.: Historisch-kritische Beschreibung aller bis jetzt bekannt gewordenen hessischen Münzen, Medaillen und Marken... Kassel - Paris 1857. Band 2, S. 542.

6) Hoffmeister, J. C. C.: Gesammelte Nachrichten über Künstler und Kunsthandwerker in Hessen seit etwa 300 Jahren. Hannover 1885. S. 64.

Anmerkungen

1) Pollard, S. 260, 266.

2) Pollard, S. 266-267.

3) Pollard, S. 260.

4) Pollard, S. 265.

5) Nach Pollard, Tafel 19.1.

32. Süddeutsches Münzsammlertreffen in Darmstadt 24. - 26. Oktober 1997

NNB 12/1997, S. 603-605

32. Süddeutsches Münzsammlertreffen Darmstadt - Ein Nachbericht

 

Das Treffen begann am Freitag, dem 24. Oktober 1997, mit einem Begrüßungsabend mit zahlreichen, auch auswärtigen Besuchern, darunter eine Delegation der Münzfreunde Jena. Mit diesem Verein pflegen die Darmstädter eine langjährige Freundschaft. In das Thema „Wappen und Münze“ führte uns Dr. G. Quarg mit seinem Vortrag über das Wappen von Hessen-Darmstadt von 1902 ein. Es wurde vom Heraldiker Otto Hupp neu gestaltet und ausgeführt. 1917 wurde von Großherzog Ernst Ludwig dem Wappen der Haupt- und Residenzstadt Darmstadt als Aufsatz eine königliche Bügelkrone verliehen. Auch in der Republik, also der Zeit des Volksstaates Hessen, gelang es den Republikanern nicht, die Abschaffung des monarchischen Symbols durchzusetzen, so daß auch noch heute, wie auf der Tagungsmedaille zu sehen, die Krone das Stadtwappen ziert. Es zeigt für jedermann sichtbar, in welch guter Erinnerung die Regentschaft des königlichen Hauses Hessen bis heute geblieben ist.

Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Wappen und Münze“, siehe den Vorbericht im NNB 10/97, und wurde am Samstag, dem 25. Oktober 1997, durch den Präsidenten der DNG Walter Trapp eröffnet und mit einem Vortrag von Dr. H. Schubert, Universität Frankfurt/M, über antike Wappen fortgesetzt. Der Referent konnte mit Literaturzitaten (Aischylos: Sieben gegen Theben) darauf hinweisen, daß die Wappenbilder schon 450 v.Chr. in Griechenland gebräuchlich waren - entgegen den Aussagen der heraldischen Literatur, die den Gebrauch zu Beginn der Stauferzeit legen möchte. Weitere Aspekte seines Vortrages sind in seinem Beitrag im Beiheft zur Veranstaltung nachzulesen. Dort findet sich auch ein ausführliches Literaturverzeichnis. Die Deutsche Numismatische Gesellschaft konnte dann die diesjährigen Träger des Eligiuspreises ehren. Prof. Klüßendorf, Mitglied der unabhängigen Jury, die sich zusammensetzt aus Numismatikern aus den Museen und dem Bereich der Lehre, des Handels, der Sammlerschaft und der Münzvereine, begründete in seiner Laudatio (Kurzfassung am Ende dieses Berichts) den einstimmig gefaßten Beschluß, Gerd Martin Forneck, Koblenz, und Dr. Konrad Schneider, Eschborn, gemeinsam auszuzeichnen.

In seinem Vortrag über die Münzen der zweiten Kipperzeit (am Ende des 17. Jahrhunderts) konnte uns Dr. Schneider sehr lebendig die Intentionen und Machenschaften der legalen und halblegalen Münzherren, Münzverleger und Münzpächter vorführen. Besonders aufschlußreich war die Feststellung, daß die Urheber in ihren Devisen und Sinnsprüchen ganz unverblümt von ihrem Vorhaben sprachen: BESCHAW DAS ZIEL - SAG NICHT VIEL (Umschrift auf einem Gulden).

Am Nachmittag führte uns die Exkursion nach Erbach im Odenwald zum Stammsitz des gleichnamigen Reichsgrafenhauses. Schon 1220 hatten die Grafen das Reichs-Schenkenamt inne, daher auch die Bezeichnung Schenk zu Erbach. 1541 erhielten die Grafen das Münzrecht. Im Schloß konnten wir eine imposante Jagdausstellung mit rekordverdächtigen Trophäen bestaunen. In der Rüstkammer ist eine Kollektion von Jagd- und Kriegswaffen aus allen Jahrhunderten versammelt. Geradezu erleichtert waren wir, als wir die Jagdlappen zu sehen bekamen, die das Jagdgebiet bei offener Jagd abgrenzten und so dem gehetzten Wild die Möglichkeit gaben, entweder davor zu scheuen oder „durch die Lappen zu gehen". In der Waffenkammer bestaunten wir Ritterrüstungen und die dazugehörigen martialischen Waffen, darunter auch die Rüstung Gustav Adolfs, die er in der Schlacht bei Lützen 1632 getragen haben soll. Bedeutsam ist die kleine und feine Ausstellung von Antiken: Marmorporträts von römischen Imperatoren und ein wohl authentisches Porträt Alexanders des Großen. Diese Sammlung wurde von Graf Franz!. zu Ende des 18. Jahrhunderts zusammengebracht, als er selbst in Italien (unter anderem in Pompeii und Herculaneum) Ausgrabungen leitete. Bedeutsamstes architektonisches Monument in Erbach ist der Bergfried, der noch aus der Stauferzeit stammt und 34 m hoch aufragt. Im 16. Jahrhundert wurde noch eine hohe Haube aufgesetzt, so daß die Gesamthöhe jetzt 64 m beträgt. Erst bei der Restaurierung konnte man an Hand der kleinen Steinmetzzeichen, die sich auf den Buckelquadern finden, das richtige Alter feststellen. In der Orangerie bei einer Kaffeepause konnten die Eindrücke anschließend noch einmal verarbeitet werden.

Am Abend traf man sich wieder im Vereinslokal Bockshaut, einem historischen Gebäude und ältesten Gasthaus Darmstadts, dessen Kellergewölbe aus dem 14. Jahrhundert von Unentwegten bis weit nach Mitternacht noch ausgiebig inspiziert wurden.

Am Sonntagvormittag, 26. Oktober 1997, setzte Prof. Klüßendorf mit einem Vortrag zur ersten Kipperzeit und Anmerkungen zum von ihm bearbeiteten Schatzfund von Großzimmern die Vortragsreihe fort. Dieser Fund, der zum Teil während der Münzbörse gezeigt werden konnte, ist einer der bedeutendsten dieser Zeit, die in Hessen gefunden wurden und befindet sich in der Obhut des Heimatvereins Ober-Ramstadt. Neben wenigen guten Stücken versammelt er seltene Stücke von Nachahmungen und Täuschungen verschiedenster Münzstände, und man konnte erahnen, wie schwer es Prof. Klüßendorf gefallen sein mußte, die Münzherren und Prägestände ausfindig zu machen. Durch falsche und irreführende Aufmachungen, wie sie in dieser Prägezeit gang und gäbe waren, wurden so die redlichen Leute mit minderwertigem Geld getäuscht und verleitet, gutes gangbares Geld gegen wertlosen Ramsch einzutauschen - der nun allerdings nach 350 Jahren erst numismatisch bedeutsam geworden ist. Anhand von ausgewählten Beispielen konnte der Referent uns erklären, wie durch die Interpretation von Wappen und Umschriften die Bestimmung dennoch gelingt. Der Fund ist in den Fundberichten des hessischen Landesamtes für geschichtliche Landeskunde Heft 6, 1984-86, S. 27, publiziert. Daß sich politische und dynastische Veränderungen im Wappenbild widerspiegeln, konnte Dr. F. Reiff am Beispiel Ernst Augusts von Hannover aufzeigen. Der unaufhaltsame Aufstieg vom nachgeborenen Prinzen zum Neunten Kurfürsten des Reiches wurde vorgeführt. Als mit seinem Sohn Georg Ludwig auch die Personalunion mit dem Königreich England hergestellt wurde, fanden die Wappendarstellungen von Braunschweig-Lüneburg-Hannover Eingang in das königlich-englische Wappen. Das Zeichen des Erzschatzmeisteramts, mit der Neunten Kurwürde verbunden, war die salische Kaiserkrone. Dr. Reiff konnte in seinem Vortrag belegen, wie dieses Symbol, die deutsche Kaiserkrone, sogar bis 1837 auf englischen Münzen abgebildet ist.

Im Schlußvortrag behandelte Dr. W. Becker die Frage, wie der Reichsapfel in das Pfälzer Wappen aufgenommen wurde. Der deutsche König Wenzel, zugleich König von Böhmen, wurde 1394 von seinen eigenen Landsleuten gefangengenommen. Der Kurfürstenrat verkündete daraufhin ein Reichsvikariat, das von Kurfürst Ruprecht H. von der Pfalz ausgeübt wurde. Bei dieser Gelegenheit wurde das kurpfälzische Siegel um einen Schild erweitert: den Kurschild. Neben dem Löwen- und Weckenschild trat ein dritter Schild hinzu, der leer mit roter Grundfarbe gefüllt ist. 1544, auf dem Reichstag zu Speyer, belehnte Kaiser Karl V. Friedrich U. von der Pfalz mit der Kurwürde. Gleichzeitig verlieh er ihm in Gegenwart und mit Zustimmung aller Kurfürsten das Recht, den Reichsapfel in den bisher leeren Kurschild aufzunehmen und dieses Wappen auf Siegeln, Bannern etc. zu führen.

Auf der Münzbörse, die am Sonntag im Liebighaus stattfand, stellten Mitglieder des Vereins ihre Sammelgebiete aus. Neben Münzen von Israel und einer fast vollständigen Kollektion der Sammlerabzeichen der Süddeutschen Münzsammlertreffen wurden sächsische Münzen zum Reichsvikariat, russisches Plattengeld und Münzen aus Pommern-Stettin ausgestellt. Der Münzverein Darmstadt erinnerte mit Ausstellungsstücken an den untergegangenen Vorgängerverein der Hessischen Münzfreunde zu Darmstadt, unter anderem mit deren Medaillen auf das 600jährige Stadtjubiläum und der Medaille auf den Schöpfer des Datterich, Ernst Niebergall. In einer weiteren Vitrine wurden Dokumente zum Kurrheinisch-Hessischen Münzverein von 1572 gezeigt, der den ersten Taler von Hessen-Darmstadt vor 425 Jahren hervorgebracht hat (vgl. NNB 10/97, S. 489 ff.). Der Schatzfund von Großzimmern, auf dessen Bedeutung Prof. Klüßendorf hingewiesen hatte, war mit repräsentativen Stücken ausgestellt, die mit Großfotos illustriert waren. So konnte man die Stücke, die im Vortrag besprochen waren, im Original studieren. Mit einer kleinen Medaillenausstellung wurde die Neuerscheinung der Monographie „Die Medaillen der Pfalzgrafen und Kurfürsten bei Rhein" von Annelise Stemper vorgestellt. In diesem Werk sind die Medaillen und Biographien von 106 Pfälzer Wittelsbacher mit nahezu 1000 Medaillen beschrieben.

Die Münzfreunde Darmstadt, die mit dieser Veranstaltung auf ihr 35jähriges Bestehen hinweisen konnten, haben mit ihrer Veranstaltung, die in den Räumlichkeiten des Hessischen Staatsarchives Darmstadt abgehalten wurde, und einer perfekten Organisation allen Teilnehmern eine erfolgreiche Tagung beschert. Zum Jubiläum ist ein Beiheft mit Beiträgen zum Thema sowie eine Tagungsmedaille in Bronze und Feinsilber erschienen. Interessenten können sich an Herrn Kremer, Tel. 06151/52203, oder an Dr. Reiff wenden.

Wolfgang Becker

Die Eligius-Preisträger 1997, Konrad Schneider und Gerd Martin Forneck

NNB 12/1997, S 605 f

Die Eligius-Preisträger 1997

Für die Verleihung des Eligius-Preises hielt die Laudatio namens der Jury Prof. Dr. Niklot Klüßendorf, Marburg. Dabei führte er, auch mit allgemeinen Worten zur Auszeichnungskultur, in die Vorgeschichte des Eligius-Preises neuer Art ein, der seit 1996 als Auszeichnung für Verdienste um die Numismatik verliehen werde. Der Präsident der DNG habe für den Preis eine Jury berufen, die unabhängig und frei in ihrer Entscheidung sei. Dieses Gremium solle die Vielfalt der in der Numismatik vertretenen Gruppen spiegeln, gegenwärtig seien dies zwei Sammler, ein Münzhändler und zwei Wissenschaftler unterschiedlicher Forschungsrichtung, im einzelnen Dr. Haustein (Dresden), Dr. Kindervater (Karlsruhe), Prof. Klüßendorf (Marburg), Herr F. R. Künker (Osnabrück) und Prof. Overbeck (München), der den Vorsitz führe. Die Auszeichnung werde jährlich verliehen; eine Konkurrenz zu anderen Preisen mit ihrer gewachsenen Reihe reputierlicher Empfänger sei nicht beabsichtigt. Die Jury habe vielmehr im Auge gehabt, einen eigenen Stil zu entwickeln und wolle die Verdienste aus vielen Gruppen, die für die Numismatik etwas leisteten, berücksichtigen. Damit werde versucht, eigene Akzente zu setzen und eine neue Tradition in der DNG zu begründen. Auch an einen hervorragenden jungen Wissenschaftler oder gar eine um die Numismatik verdiente Organisation könne man denken. Denn in einem kleinen Fach mit überschaubarem Personalbestand bestehe zu leicht die Gefahr, daß Preise in mit Medaillen wohlgefüllten Schatullen landeten und daß, bei Rücksicht auf eine gewisse Anciennität, manche sich gar ausrechneten, wann sie denn „dran“ seien.

Die Auszeichnung für 1997 habe die Jury geteilt. Preisträger seien mit Gerd Martin Forneck (Koblenz) und Dr. Konrad Schneider (Eschborn) zwei Jugendfreunde, die sich seit mehr als zwei Jahrzehnten um die Numismatik vor unterschiedlichem beruflichen Hintergrund einzeln wie gemeinschaftlich verdient gemacht hätten: Als Verfasser und Herausgeber förderten sie durch zahlreiche Veröffentlichungen den Forschungsstand der Numismatik für weite Teile des Rheinlandes und darüber hinaus. Ausdruck der persönlichen Partnerschaft seien allein fünf monographische Arbeiten.

    

Mit Gerd Martin Forneck werde ein Münzhändler geehrt, der sich über den eigentlichen Handel hinaus für das Fach als Autor sowie Verleger und Förderer für die seriöse numismatische Literatur engagiere. Hier sei auch das Mäzenatentum im Zusammenhang des Neuaufbaus von Bibliotheken in den neuen Ländern zu nennen. Über die Mitgründung der „Gesellschaft zur Förderung der Historischen Hilfswissenschaften" und ihrer namhaften Reihe von Monographien wiesen die Preisträger dem Fach und seinem wissenschaftlichen Nachwuchs neue Möglichkeiten, Ergebnisse in angemessener Form vorzulegen. Mit Dr. Konrad Schneider werde ein Archivar und Historiker geehrt, der aus der Souveränität seines Berufes Numismatik und Geldgeschichte um zahlreiche grundlegende Arbeiten bereichert und bei systematischer Heranziehung schriftlicher Quellen die Rolle des Fachs in der Kulturgeschichte nachhaltig vertreten habe. Seit seiner Studienzeit habe Dr. Schneider auf allen Stadien seines Berufsweges, der ihn von seinem Studienort Bonn über Düsseldorf, Marburg und Hamburg nach Frankfurt/M. führte, mit rund 90 Publikationen beachtliche literarische Spuren hinterlassen und sich, auch Widerständen zum Trotz, in seinem Wirken zudem traditionellen Berufsbild des „Historiker-Archivars" bekannt. Als herausragendes Beispiel nannte Prof. Klüßendorf die 1996 erschienene Arbeit „Die Münz- und Währungspolitik des Oberrheinischen Reichskreises im 18. Jahrhundert" (vgl. NNB 12/96, S. 31), die schon allein eine preiswürdige Einzelleistung darstelle.

Mit der vom niederländischen Dukaten entlehnten Devise CONCORDIA RES PARVAE CRESCVNT (Durch Eintracht wachsen kleine Dinge) schloß der Vertreter der Jury. Denn über die bei beiden Geehrten respektablen literarischen Leistungen und ihren Einsatz in der „Gesellschaft für Historische Hilfswissenschaften" hinaus sei es die beeindruckende Gemeinschaftlichkeit beider Preisträger, welche die fünfköpfige Jury zu ihrem einstimmigen Votum bewogen hätte.

Literaturliste der Eligiuspreisträger -Auswahl, zusammengestellt von W. Becker

Die Literaturliste wurde bereits abgedruckt im Beiheft zum 32. Süddeutschen Münzsamnilertreffen in Darmstadt, Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Dr. F. Reiff.

Veröffentlichungen von G.M. Forneck

Ein Goldguldenfund aus dem Oberwesterwald. In: Trierer Zeitschrift, 41/42, 1977/78, S. 221-225.

Die ältesten Prägungen der Grafen von Nassau. In: Siegerland, 55, 1978, S. 135.

Ein spätmittelalterlicher Münzschatzfund aus Liebenscheid, Westerwaldkreis. In: Trierer Zeitschrift, 42, S. 211-214.

Erläuterungen zur Ausstellung der Münzsammlung Dr. Fritz Michel, anläßlich des 175jährigen Bestehens der Sparkasse Koblenz. Koblenz, 1979.

Verzeichnis der Münzsammlung Fritz Michel. Koblenz o.J. (1979).

Nachtrag zu einem Goldguldenfund und ein frühneuzeitlicher Batzenschatz, beide aus Trier. In: Trierer Zeitschrift, 43/44, 1980/81, S. 345-353.

Drei Münzschätze des Trierer Landes aus dem 14. Jahrhundert. In: Trierer Zeitschrift, 46, 1983, S. 257-276.

Münzschatzfunde und Geldumlauf im Westerwald. In: Volksbank Höhr-Grenzhausen eG. Geschäftsbericht 1983, Höhr-Grenzhausen 1984.

Kurtrierische Münzen und Geldumlauf zu Zeit Balduins, Balduin von Luxemburg, Erzbischof von Trier - Kurfürst des Reiches, 1285-1354. In: Festschrift aus Anlaß des 700. Geburtsjahres. Hrsg. Franz-Josef Heyern und Johannes Mötsch, (Quellen und Abhandlungen zur mittelrheinischen Kirchengeschichte Band 53) Mainz 1985, S. 485-488 und 542-544, 2 Tafeln.

Ein kleiner Münzschatz des 18. Jahrhunderts aus Traben-Trabach, Kreis Bernkastel Wittlich. In: Trierer Zeitschrift, 49, 1986, S. 297-299.

Kölner Erzbischof als Münzherr. Numismatische Neuerwerbungen des Siegerland-Museums. In: Siegerland, 64, 1987, S. 54.

Ein kleiner Münzschatz aus der Eifel. In: Tri;rer Zeitschrift, 51, 1988, S. 541-543.

Beispiele mittelrheinischer Münzen- und Medaillenkunst. In: Meisterwerke 2000 Jahre Handwerk am Mittelrhein, Band 4, Koblenz, 1992, S. 29-36 und 71-82.

Die Kontributionsmünzenprägung im ersten Koalitionskrieg. In: Neue Forschungen und Berichte (Kataloge und Schriften des Bischöflichen Dom-und Diözesanmuseums, Band 3, Trier, 1994, S. 153-167.

 

Veröffentlichungen von K Schneider

Das Münzwesen in den Grafschaften Wied-Neuwied und Wied-Runkel, Frankfurt 1975.

Das Münzwesen in den Territorien des Westerwaldes, des Taunus und des Lahngebietes und die Münzpolitik des Oberrheinischen Reichskreises im 17. Jahrhundert. Urbar 1977.

Das Münzwesen des Großherzogtums Berg. Urbar 1978.

Hamburg während der Kipper- und Wipperzeit. In: Zeitschrift für Hamburgische Geschichte 67, 1981, S.47-74.

u. Peter Krahé: Das Entlarffte böse Müntz-Wesen. Koblenz 1981.

Die Prägung von Handelspiastern in Hamburg und der Silberüberschuß nach Einführung der Reichswährung 1873. In: Vierteljahresschrift für Wirtschafts- und Sozialgeschichte 68, 1981, S. 372-383.

Falschgeld und Falschmünzer in Hamburg. In: Hamburger Beiträge zur Numismatik 27/29, 1973/75, S. 129-150.

Hamburgs Münz- und Geldgeschichte im 19. Jahrhundert bis zur Einführung der Reichswährung. Koblenz 1983.

Zum Geldhandel während des Siebenjährigen Krieges in Hamburg. In: Zeitschrift des Vereins für Hamburgische Geschichte 69, 1983, S.62-83.

Hamburgs Münz- und Geldgeschichte im 19. Jahrhundert bis zur Einführung der Reichswährung (= Beiträge zur Geschichte Hamburgs, 22). Koblenz 1983.

Die Prägung von Reichsmünzen mit dem bremischen Hoheitszeichen in der Münzstätte Hamburg. In: Bremisches Jahrbuch 62, 1984, S. 103-121.

Münzfußveränderungen in Mecklenburg-Schwerin nach der Einführung des Vierunddreißigmarkfußes und ihre Auswirkungen auf den Verkehr mit Hamburg. In: Blätter für deutsche Landesgeschichte 119, 1983,S. 113-129.

Untersuchungen zur Edelmetallverhüttung und Probierkunst in Hamburg. In: Zeitschrift des Vereins für hamburgische Geschichte 71, 1985, S. 144.

Bargeld in hamburgischen Nachlaß- und Güterinventaren. In: Hamburger Beiträge zur Numismatik 30/32, 1976/78, S. 99-147.

Untersuchungen zum Geldumlauf in Harburg im 18. Jahrhundert. In: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte 58, 1986, S. 199-233.

Die Münztätigkeit des Hochstifts Lübeck unter Bischof August Friedrich von Holstein-Gottorf (1666-1705). In: Zeitschrift des Vereins für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde 66, 1986,S. 119-142.

Banco, Species und Courant. Koblenz 1986.

Freie Konvertierbarkeit oder Zwangskurs. In: Commentationes Numismaticae, Festschrift für Gert und Vera Hatz, Hamburg 1988, S. 313-320.

Der Hamburger Falschgeldfund von 1884. Ein Beitrag zum Falschgeldhandel im frühen 19. Jahrhundert. In: Hamburger Beiträge zur Numismatik, 33/35, 1979/81 [1989], S. 181-193.

Die Münzstätte Weilburg. Koblenz 1990.

Frankfurt während der Kipper- und Wipperinflation der Jahre 1619 bis 1623 (= Mitteilungen aus dem Frankfurter Stadtarchiv, 11) Frankfurt 1990.

Zur Verhaftung des Straßburger Finanzmaklers Jakob Knibs auf der Frankfurter Herbstmesse 1595. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins, N.F. 100, 1991, S. 123-141.

Überlegungen zur Einführung der Doppel- und der Goldwährung in Frankfurt a. M. im 19. Jahrhundert. In: Hess. Jb. f. Landesgeschichte 41, 1991, S.225-245.

Zur Tätigkeit der Generalwardeine des Oberrheinischen Reichskreises, insbesondere im 18. Jahrhundert. In: Jahrbuch für Westdeutsche Landesgeschichte 17, 1991, S.95-128.

Von kupfernen Hellern und Kleingeldproblemen in Frankfurt 1770-1840. In: Jahrbuch f. Numismatik u. Geldgeschichte 42/43, 1992/93, S. 209-238.

Währung und Währungsprobleme in Frankfurt zur fürstprimatischen Zeit. In: Hans-Bernd Spies (Hrsg.), Carl von Dalberg 1744-1817. Aschaffenburg 1994, S. 189-209.

Die Münz- und Medaillenstempel der Sammlung Nassauischer Altertümer. In: Nassauische Annalen 106, 1995, S. 1-16.

Zahlreiche Beiträge in: Michael North (Hrsg.): Von Aktie bis Zoll. München 1995.

Die Münz- und Währungspolitik des Oberrheinischen Reichskreises im 18. Jahrhundert (= Veröff. der GHH, 4). Koblenz 1996.

Geldgeschichtliche Aspekte in den Diurnalen des Frankfurter Rechneiamtes 1544-1630. In: Scripta Mercaturae 30,1, 1996, S. 1-44.

 

Gemeinsame Veröffentlichungen von G. M. Forneck und K. Schneider

Das kurtrierische Münzwesen unter Johann Philipp von Walderdorff. Simmern 1979.

Geld im Westerwald. Münzprägung und Geldumlauf. Schrift zur Ausstellung im Landschaftsmuseum Westerwald in Hachenburg von 7. September bis 17. November 1985. Montabaur 1985.

Der Westerwald in alter Druckgrafik; Schrift zur Ausstellung im Landschaftsmuseum Westerwald in Hachenburg vom 8. April bis 30. Juli 1989. Montabaur 1989.

Die Schatzfunde von Mengerschied, Rhein-Hunsrück-Kreis, Friedewald, Kreis Altenkirchen, und Niederlützingen (Gemeinde Brohl-Lützing), Kreis Bad Neuenahr-Ahrweiler. In: Beiträge zur Archäologie an Mittelrhein und Mosel, 2, 1990, S. 207-243.

2000 Jahre Geld in der Region Koblenz (Sparkasse Koblenz). Koblenz 1992.

Die Medaillen und Gedenkmünzen der Erzbischöfe und Kurfürsten von Trier (= Kataloge und Schriften des Bischöfflichen Dom- und Diözesanmuseums Trier, Band Il). Trier 1993.

Medaille auf die Grundsteinlegung zum Glockenbau des Darmstädter Schlosses

NNB 6/1988, S. 151 ff

Medaille auf die Grundsteinlegung zum Glockenbau des Darmstädter Schlosses

Fritz Reiff Darmstadt

Das im Herbst 1987 in Darmstadt durchgeführte 22. Süddeutsche Münzsammlertreffen hat sicherlich einigen Teilnehmern Gelegenheit gegeben, den Glockenbau des Darmstädter Schlosses mit seinem Glockenspiel zu sehen und von seiner schlichten Schönheit beeindruckt zu sein. So verwundertes den heutigen Betrachter nicht, daß der Glockenturm mit dem Glockenspiel der erste Bau des im Zweiten Weltkrieg total zerstörten Schloßkomplexes war, der aus den Ruinen wiedererstand.

Daß der Baubeginn des Glockenbaus im Jahre 1664 mit einer Medaille verbunden ist, spricht den historisch interessierten Medaillenfreund zusätzlich       an.

Vor einiger Zeit tauchte in einer Auktion (Peus Nachf. 314, Nr. 1840) ein Bleiabguß einer im „Hessischen Münzkabinett“ des Prinzen Alexander von Hessen beschriebenen Medaille auf (Erg. Bd. Nr. 1651 a).

Landgraf Ludwig VI. von Hessen-Darmstadt (1661-1678) hatte das in Silber gegossene Original am 28. April 1664 aus Anlaß der feierlichen Grundsteinlegung des Glockenbaus in das  Fundament einlegen lassen.

Auf ihrer Vorderseite zeigt die Medaille den Glockenbau von Westen. Aus dem Stil ist ersichtlich, daß es dem Medailleur in erster Linie nicht auf die künstlerische Ausführung, sondern  hauptsächlich auf die dokumentarische Darstellung ankam. Es ist zu vermuten, daß es sich genau an die damals vorliegende Planung, eventuell an eine Bauzeichnung oder an ein Holzmodell, hielt. Daß der Glockenturm mit dem Glockenspiel letztlich nicht ganz so ausfiel, wie die auf der Medaille dokumentierte Planung es vorsah, geht aus alten Darstellungen, wie z.B. dem Kupferstich des ganzen Schloßkomplexes von Rodingh aus dem Jahre 1676 hervor.

Die lateinische Umschrift der Vorderseite lautet in deutscher Übersetzung: Ludwig VI., von Gottes Gnaden Landgraf zu Hessen, Graf zu Katzenelnbogen, Diez, Ziegenhain, Nidda, Schaumburg, Isenburg und Büdingen hat dieses Haus erbaut und im Jahre 1664 Grundstein gelegt.

Der aus dem Lateinischen übersetzte Text der Umschrift auf der Rückseite verkündet: Herr setze den Anfang und segne das Haus Deines Dieners, denn wenn Du Herr es segnest wird es gesegnet sein in Ewigkeit.

Innerhalb dieser Umschrift befinden sich neben barocken Verzierungen zwei eingerahmte Medaillons. Die linke der beiden Darstellungen zeigt einen brennenden Altar mit einem im Feuer befindlichen Gegenstand und darüber die Umschrift: NON CREMABIT (Es wird nicht verbrennen).

Die Darstellung im rechten Medaillon ist dem Alten Testament entnommen (4. Buch Moses, 3. Kapitel): Moses kniet auf dem Berge Horab vor einem brennenden Dornbusch. In den Flammen erscheint die hebräische Inschrift „Jahwe“ und darüber steht CONSERVABIT (Es wird bestehen).

Bei der Deutung dieser barocken emblematischen Darstellungen kam mir eine im Stadtarchiv Darmstadt vorhandene Broschüre aus dem Jahre 1871 zu Hilfe, die von dem damaligen Hofglockenist Karl Anton verfaßt ist. Er erwähnt darin eine in den Grundstein eingelegte Gedenkschrift des Freundes und Leibarztes Ludwigs VI., Dr. Johannes Tack, in welcher in einem lateinischen Gedicht die Feierlichkeiten bei der Grundsteinlegung am 28. April 1664 beschrieben werden. Recht ausführlich wird darin die silberne Medaille behandelt, welche der Fürst in das Fundament einlegte, damit „hiernächst die Welt nach lang gelebter Zeit vielleicht auch möcht' erfahren, was er, der Fürst, getan vor längst verflossnen Jahren".

Demnach ist der im Feuer stehende Gegenstand im linken Medaillon der Rückseite ein Tiegel, wie er von den Alchimisten der damaligen Zeit verwendet wurde. Er enthält reines Gold. Gleich wie dieses den Flammen widersteht und im Gegensatz zu anderen Metallen im Brand nicht verändert wird, so soll auch das Haus, zu dem der Grundstein gelegt wurde, durch der Flammen Glut nicht zu Grunde gehen.

Die Darstellung im rechten Medaillon ist ebenfalls ein Sinnbild der Beständigkeit. Gleich wie der brennende Dornbusch, in dem Jahwe Moses erschien, und der durch Gottes Macht nur zu brennen schien, aber nicht verbrennen konnte, wird das Feuer diesem Haus nichts anhaben können, es wird bestehen.

Da man beim Wiederaufbau des Glockenbaus nach den Zerstörungen in der Brandnacht des Jahres 1944 in dem damals freigelegten Fundament nicht nach der Medaille suchte, liegt sie sicherlich noch an ihrem ursprünglichen Ort. Dasselbe gilt für die zwei gleichzeitig eingelegten Flaschen, die eine mit Rotwein, die andere mit Weißwein gefüllt. Nach dem Unfrieden, durch den roten Wein symbolisiert, sollte mit dem weißen Wein die Welt wieder in Frieden sein.

Das im Katalog Prinz Alexanders vermerkte Exemplar der silbernen Medaille ist wohl als Duplikat für den Landgrafen Ludwig VI. angefertigt worden, verblieb in seinem Besitz, kam nach der Landgrafenzeit in das Großherzogliche Museum und wurde nach dem Ersten Weltkrieg in das Münzkabinett des Hessischen Landesmuseums überführt. Dort befindet sich noch heute der Oberteil eines Kupfergalvanos der Medaille (wahrscheinlich der Überrest des Exemplars der Sammlung Prinz Alexanders), der untere Teil ist im  Feuersturm des Jahres 1944 weggeschmolzen. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist die silberne Medaille damals beim Kupfergalvano gelegen und ist zufolge der leichteren Schmelzbarkeit des Silbers untergegangen. Der jetzt aufgetauchte Bleiabguß muß zu irgendeiner Zeit vom Silberoriginal oder vom Kupfergalvano von einer mit dem Münzkabinett in Verbindung stehenden Person angefertigt worden sein und ist nach langem Verbleib in Privatbesitz in den Münzhandel gelangt. Nebst der im Fundament des Glockenbaus liegenden Silbermedaille dürfte dieser Bleiabguß die einzige noch existierende planungsgerechte Darstellung des Glockenbaus sein.

Da die Medaille unsigniert ist und auch die Zuordnung durch stilistischen Vergleich mit Stücken bekannter Stempelschneidert unergiebig blieb, ist die Frage nach dem Medailleur schwierig und nur mit einem gewissen Grad von Wahrscheinlichkeit zu beantworten.

In den im Hessischen Staatsarchiv noch vorhandenen Akten über Einnahmen und Ausgaben zum bevorstehenden neuen Schloßbau zu Darmstadt findet sich unter „Ausgab Gelt Inss Gemein: 1664, den 30. Aprilis dem Siegelschneider aus Mayntz für die Form zu dem Schaupfennig so ins Fundament gelegt worden, zu schneiden 34 fl 15 alb“.

Forscht man im Stadtarchiv Mainz nach, so findet man in der Stadtaufnahme des Jahres 1657 als Hausbesitzer einen Petschierer und Gürtler namens Michael Düringer. Kinder von ihm sind 1662 und 1664 aktenkundig. In der Stadtaufnahme von 1674 ist er nicht mehr enthalten. Das Haus gehört dann einer Düngerin, eventuell seiner Witwe.

Wenn man davon ausgeht, daß Michael Düringer ein so renommierter Siegelschneider war, daß er den Auftrag vom Landgrafen bekam, kann man annehmen, daß er auch so wohlhabend war, ein Haus zu besitzen. Da er für die fragliche Zeit der einzige Siegelschneider mit Hausbesitz ist, kann er sehr wohl der Schöpfer dieser Medaille gewesen sein.

Daß der Landgraf keinen bekannten Medailleur beauftragte, sondern sich mit einem Petschierer und Gürtler zufrieden gab, ist daraus zu verstehen, daß es ihm nicht auf eine ausgefeilte künstlerische Darstellung in großer Auflage ankam, sondern allein darum der Nachwelt nach „gelebter Zeit“ zu verkünden, „was er, der Fürst, getan vor längst verflossnen Jahren“.

Der an den Siegelschneider bezahlte Betrag von 34 Gulden 15 Albus erscheint für die damalige Zeit recht hoch. Die ungerade Summe weist darauf hin, daß in diesem Preis noch andere Leistungen, eventuell das benötigte Silber und die Herstellung der Medaille enthalten sind.

Der Bleiabguß hat einen Durchmesser von 80 mm und ein Gewicht von 134 g. Das Original in Silber hat demnach 124 g gewogen. Bringt man vom Gesamtpreis den Silberpreis, der ca. 6 Gulden entsprach (gleicher Feingehalt vorausgesetzt), so verbleiben noch ca. 28 Gulden, was immer noch recht hoch erscheint. Das mag wiederum ein Hinweis darauf sein, daß es sich um einen seines Wertes wohl bewußten Kunsthandwerker gehandelt hat.

(Für anregende Diskussionen zu diesem Thema danke ich meinen Münzfreunden, den Herren Dr. A. Hüffell, Dr. G. Quarg, W. Quarg und E. Link sowie Herrn Dr. J. R. Wolf vom Hessischen Staatsarchiv Darmstadt.)

 

Medaillen

52. Süddeutsches Münzsammlertreffen - 2017

2017 Medaille 52. Süddeutsches Münzsammlertreffen

Avers: Die Vorderseite zeigt Georg I., erster Landgraf von Hessen-Darmstadt
Revers: Die Rückseite zeigt verschiedene Bauten aus Darmstadt, welche die Stadt prägen

Material: Bismut, patiniert (grün, ocker) und ohne Patinierung
Größe: ca. 71 x 71 mm
Gewicht: ca. 108 g
Auflage: 30 Exemplare

Medailleurin: Maja Graber, Schweiz

49. Süddeutsches Münzsammlertreffen - 2014

2014 Medaille 49. Süddeutsches Münzsammlertreffen

Avers: Die Vorderseite thematisiert das 49. Süddeutsche Münzsammlertreffen.
Revers: Die Rückseite ist der Wiedereröffnung des Hessischen Landesmuseums in Darmstadt gewidmet

Material: Weißmetalllegierung, patiniert
Größe: ca. 96 mm
Gewicht: ca. 320 g
Auflage: 30 Exemplare 2.Auflage: 3 Exemplare
Standort: Staatliche Münzsammlung München

Medailleur: Peter Götz Güttler, Dresden

100. Geburtstag Margaret Prinzessin von Hessen und bei Rhein - 2013

2013/4 Medaille 100. Geburtstag Margaret Prinzessin von Hessen und bei Rhein (März 2014 ausgegeben)

Avers: Brustbild zwischen Monogramm und großherzoglichem Wappen, darunter Lebensdaten, sowie besondere Verdienste und der Ausgabegrund.
Revers: Die Rückseite zeigt aus der Vogelperspektive das Schloss "Wolfsgarten" bei Langen und im Detail das Prinzesschenhaus, erbaut von Joseph Maria Olbrich.

Material: Weissmetalllegierung
Größe: ca. 109 mm
Gewicht: ca. 330 g
Auflage: 20 Exemplare

Medailleur: Peter Götz Güttler, Dresden

47. Süddeutsches Münzsammlertreffen - 2012

2012 Prägemedaille 47. Süddeutsches Münzsammlertreffen

 

Avers: Die Vorderseite ist dem 50-jährigen Vereinsjubiläum gewidmet. .
Revers: Die Rückseite thematisiert das 47. Süddeutsche Münzsammlertreffen,

Material: Tombak und Silber
Größe: ca. 55 mm
Gewicht: ca. 85,6 g
Auflage: 50 Exemplare in Tombak, 5 Exemplare in Silber

Medailleur: Victor Huster, Baden-Baden

100 Jahre Postflug / August Euler - 2012

2012 Medaille 100 Jahre Postflug / August Euler

Avers: Flugmaschine Nr. 33, "Gelber Hund" genannt, visualisiert durch einen Hund.
Revers: Die Rückseite ist dem Luftfahrtpionier August Euler gewidmet(1868-1957), gewidmet.

Material: Weissmetalllegierung
Größe: ca. 92 mm
Gewicht: ca. 240 g
Auflage: 35 Exemplare, nummeriert.

Medailleur: Peter Götz Güttler, Dresden

175 Jahre Technische Universität DA - 2011

2011 Medaille 175 Jahre Technische Universität

 

Avers: Viergeteilt zeigt die Medaille stellvertretend zwei Universitätsgebäude und den Ausgabeanlass in Schriftform.
Revers: Die Rückseite ist dem Pionier der Elektrotechnik, Erasmus Kittler (1852-1929), gewidmet.

Material: Weissmetalllegierung
Größe: ca. 91 mm
Gewicht: ca. 218 g
Auflage: 25 Exemplare, nummeriert.

Medailleur: Peter Götz Güttler, Dresden

200. Todesjahr Conrad Heinrich Küchler - 2010

2010 Medaille 200. Todesjahr Conrad Heinrich Küchler

Avers: Kopfbild des Stempelschneiders nach einem Selbstportrait.
Revers: Gebäude der "Alten Münze" nach einer Gouache von Ernst August Schnittspahn, gemalt 1860.

Material: Weissmetalllegierung
Größe: ca. 91 mm
Gewicht: ca. 278 g
Auflage: 21 Exemplare, nummeriert,
Zweitauflage 2 Exemplare, nummeriert.

Medailleur: Peter Götz Güttler, Dresden

100 Jahre Jugendstilbad - 2009

2009 Medaille zum 100-jährigen Bestehen des Jugendstilbades

 

Avers: Ansicht des Bades vor der Zerstörung (obere Hälfte) und Bombenangriff auf Darmstadt (untere Hälfte).
Revers: Allegorische Darstellung des Badevergnügens mit Jugendstilornamenten aus dem JSB.

Material: Weissmetalllegierung
Größe: ca. 95 mm
Gewicht: ca. 225 g
Auflage: 35 Exemplare, nummeriert.

Medailleur: Peter Götz Güttler, Dresden

100. Todestag Joseph Maria Olbrich / 100-Jahrfeier Hochzeitsturm - 2008

2008 Medaille 100. Todestag Joseph Maria Olbrich | 100-Jahrfeier Hochzeitsturm

Avers: Joseph Maria Olbrich - Architekt und Künstler der Künstlerkolonie Mathildenhöhe in Darmstadt.
Revers: Hochzeitsturm - die Stadtkrone Darmstadts mit Medaillons von Großherzog Ernst Ludwig und seiner Gemahlin Eleonore

Material: Weissmetalllegierung
Größe: ca. 93 mm
Gewicht: ca. 320 g
Auflage: 25 Exemplare, nummeriert
Zweitauflage: 12 Exemplare, nummeriert.

Medailleur: Peter Götz Güttler, Dresden

800. Geburtstag der Hl. Elisabeth von Thüringen - 2007

2007 Medaille zum 800. Geburtstag der Hl. Elisabeth von Thüringen

 

Avers: Elisabeth und ihre Mildtätigkeit
Revers: Elisabeth Urahnin und Patronin Hessens

Material: Weissmetalllegierung
Größe: ca. 92 mm
Gewicht: ca. 270 g
Auflage: 20 Stück nummeriert Erstauflage,
             + 5 Stück nummeriert Zweitauflage.

Medailleur: Peter Götz Güttler, Dresden

41. Süddeutschen Münzsammlertreffen - 2006

 2006 Tagungsmedaille zum 41. Süddeutschen Münzsammlertreffen


Avers: Tagungsorte Schlösschen im Prinz-Emil-Garten und Orangerie.
Revers: Tagungsthema Natura in Nummis und Schlupfwespe, Fossil aus der Grube Messel (Sammlung Christa Behnke, in Besitz Senckenberg Museum Frankfurt)

Material: Weissmetalllegierung
Größe: ca. 92 mm
Gewicht: ca. 226 g
Auflage: 35 Stück nummeriert

Medailleur: Peter Götz Güttler, Dresden

675 Jahre Stadtrechte für Darmstadt - 2005

2005 Gußmedaille 675 Jahre Stadtrechte für Darmstadt

 

Avers: Ludwig der Bayer, das älteste bekannte Darmstädter Wappen und rekonstruierter Stadtplan um 1370.
Revers: Kongresszentrum Darmstadtium mit innerer und äußerer Stadtmauer

Material: Weissmetalllegierung
Größe: ca. 96 mm
Gewicht: ca. 300 g
Auflage: 20 Stück nummeriert

Medailleur: Peter Götz Güttler, Dresden

500. Geburtstag Philipp des Großmütigen - 2004

2004 Gußmedaille zum 500. Geburtstag Philipp des Großmütigen

 

Avers: Hüftbild Philipps mit Zepter, nach einem Gemälde von Jost v. Hoff; Medaillons von Luther und Melanchton; Portal; Hospital;
Revers: Reichsadler teilt die Gegner Karl V. und Philipp der Großmütige;

Material: Weissmetalllegierung
Größe: ca.90 mm
Gewicht: ca. 300 g
Auflage: 45 Stück nummeriert

Medailleur: Peter Götz Güttler, Dresden

40 Jahre Münzfreunde Darmstadt - 2002

2002 Gußmedaille zum 40jährigen Vereinsjubiläum

  

Avers: Altes Pädagog;

Revers: Brustbild Prinz Alexander von Hessen mit Buch

Material: Weissmetalllegierung

Größe: ca.80 mm

Gewicht: ca. 200 g

Auflage: 30 Stück nummeriert

Medailleur: Peter Götz Güttler, Dresden

Standort: Eremitage in St. Petersburg

Caroline die Große Landgräfin - 1998

1998 Medaille auf Caroline die Große Landgräfin

Gemeinschaftsprojekt Münzfreunde Darmstadt, Münzfreunde Pirmasens und Pfälzer Numismatische Gesellschaft

Avers: Brustbild Caroline von Hessen;
Revers: Urne ;

Material: Silber
Größe: 49,5 mm
Gewicht: ca. 75 g
Auflage: 150 Stück

32. Süddeutsches Münzsammlertreffen - 1997

Avers: Wappen von Darmstadt mit Zweckinschrift;
Revers: Talerreplik des Georg II.;

Material: Silber und Bronze
Größe: 4o mm
Gewicht: Ag 31,1 g, Br 25,1 g
Auflage: Ag 100 Stück, Cu 120 Stück
Medaillen zum Preis von 20 € Ag und 12,5 € Cu können noch erworben werden.

Grundsteinlegung des Glockenturms im Residenzschloß - 1988

1988 Reproduktion der Gußmedaille anläßlich der Grundsteinlegung des Glockenturms im Residenzschloß

Hrsg. Heinerfestausschuß, unterstützt durch die Münzfreunde Darmstadt.

Avers: Glockenturmbau des Darmstädter Schlosses 1664;
Revers: Medaillons mit Altar und Hirte ;

Material: Silber und Kupfer
Größe: 79 mm
Gewicht: Ag 230 g, Cu 180 g
Auflage: Ag 10 Stück, Cu 100 Stück

22. Süddeutsches Münzsammlertreffen - 1987

1987 Medaille zum 22. Süddeutschen Münzsammlertreffen

Avers: Wappen von Darmstadt;
Revers: Stadtansicht nach einer Medaille von Andreas Koch 1748 ;

Material: Silber und Bronze
Größe: 33 mm
Gewicht: Ag 15 g, Br 14,4 g
Auflage: Ag 75 Stück, Br 200 Stück

Personalia

Fritz Reiff 1922 -2021

Dr. Fritz Reiff

Die Münzfreunde Darmstadt 1962 e.V. trauern um ihren langjährigen Vorsitzenden und ihr Ehrenmitglied Dr. Fritz Reiff (1922-2021).

Dr. Reiff wurde am 13. April 1922 in Titisee-Neustadt im Schwarzwald geboren. Unmittelbar nach dem Abitur folgte die Einberufung zur Wehrmacht. Nach dem Kriegsdienst (u.a. an der Ostfront bei Odessa) und anschließender Kriegsgefangenschaft begann er 1947 seine Ausbildung. Auch der besseren Berufsaussicht geschuldet, belegte Fritz Reiff an der Technischen Hochschule in Karlsruhe (heute Karlsruhe Institute of Technilogy K.I.T.) gleich zwei Studienfächer. Den Studiengang der Chemie schloss er mit der Promotion zum Dr.rer.nat und den Studiengang der Pharmazie mit der Approbation zum Apotheker ab. Mit dieser Fächerkombination war er wie geschaffen für die Chemische Fabrik Merck in Darmstadt, bei der er sich 1955 erfolgreich bewarb und so zum Geschäftserfolg von Merck beitragen konnte. Rasch stieg er zum Abteilungsleiter auf und leitete später lange Jahre einen Produktionszweig zur Herstellung synthetischer Vitamine.

1964 wurde er Mitglied der Münzfreunde Darmstadt und trat schon im November des gleichen Jahres erstmals als Vortragsredner auf. Bereits im Jahr 1966 übernahm er den Vorsitz des Vereines von seinem Vorgänger Hans Weyl (1897-1990), mit dem ihn eine enge Freundschaft verband.

Das bevorzugte Sammlergebiet von Dr. Reiff waren die Münzen der griechischen und römischen Antike, angestoßen durch die herausragende archäologische Abteilung des Badischen Landesmuseums in Karlsruhe. In seinen Referaten über technische Besonderheiten antiker Münzen (z. B. Fehlprägungen, subaerate Fälschungen) konnte er seine Kenntnisse der Naturwissenschaften und Numismatik perfekt verbinden. Das erste in Darmstadt stattfindende Süddeutsche Münzsammlertreffen, das von ihm und den Münzfreunden Darmstadt 1980 organisiert wurde, war hauptsächlich durch die reiche Kollektion von Hessischen und Darmstädter Münzen und Medaillen aus der Sammlung des Klinikdirektors Dr. med. Artur Hüffell (1919-2009) und der 650-Jahrfeier der Stadt Darmstadt inspiriert. Unter seiner Verantwortung fand auch das zweite Süddeutsche Münzsammlertreffen 1987 in Darmstadt statt. Zugleich wurde das 25-jährige Bestehen der Münzfreunde Darmstadt gefeiert. Unvergessener Höhepunkt dieses Münzsammlertreffens war der fürstliche Empfang im Schloss

Wolfsgarten durch die Hausherrin, Prinzessin Margaret von Hessen und bei Rhein (1913-1997).

Durch profundes Wissen und seine vielfältigen Aktivitäten qualifizierte sich Dr. Reiff bald auch für Aufgaben in der DNG. So war er 1977-1990 Mitglied und später auch Vorsitzender der Jury, die jährlich den Eligius-Preis als höchste Auszeichnung der DNG vergibt.

Neben dem Interesse an der Numismatik bildeten Weltreisen einen weiteren Schwerpunkt in seinem Leben. Von seinen Reisen vom Polarmeer bis nach Persien, vom Kilimandscharo bis zum Himalaya, von New York bis Moskau kehrte er regelmäßig mit hunderten von Dias in sein schönes Wohnhaus an der Bergstraße zurück. Mit der gleichen Akribie betätigte er sich als versierter Fotograf von Münzen und Medaillen. Ohne ihn wäre so mancher Vortrag und Publikation nicht zustande gekommen.

Im Jahre 1997 organisierte er letztmalig ein Süddeutsches Münzsammlertreffen und zog sich ein Jahr später, nach 32 Jahren als 1. Vorsitzender, aus dem Vorstand des Vereins zurück. Die Münzfreunde Darmstadt ehrten ihn, indem sie ihn zum Ehrenmitglied ernannten. Durch seine lange und sehr intensive Tätigkeit kannte er viele bedeutende Numismatiker im In- und Ausland und trug den Namen der ehemaligen hessischen Landeshauptstadt in die Welt. Zum Ausgleich zu seinen vielfältigen Arbeiten überwiegend am Schreibtisch hielt sich Dr. Reiff bis ins hohe Alter durch Sport fit, zum Beispiel das Skifahren, das er schon in jungen Jahren im Schwarzwald gelernt hatte.

Als sein Vermächtnis übergab er 2016 den Münzfreunden Darmstadt einen Teil seiner numismatischen Bibliothek. Der Tod seiner geliebten Ehefrau Trude (1925-11. Jan 202 1) hatte den Hochbetagten schwer getroffen; er folgte ihr am 25. Februar 2021.

Die Münzfreunde Darmstadt verneigen sich vor einem engagierten Numismatiker.

Klaus-Rudolf Reuter

Karl Heinz Fröhner Ehrenvorsitzender

Karl Heinz Fröhner Ehrenvorsitzender

Bei den Münzfreunden Darmstadt hat sich bei der Jahreshauptversammlung im Februar 2020 ein Wechsel im Vorsitz vollzogen. Karl Heinz Fröhner gibt nach 18 Jahren den Vorsitz der Münzfreunde Darmstadt auf, um sich seinen sozialen Tätigkeiten stärker widmen zu können. In Zukunft wird Klaus-Rudolf Reuter die Münzfreunde Darmstadt als 1. Vorsitzender führen.

Im Zuge dieses Wechsels und um ihre Dankbarkeit für die langjährige, erfolgreiche Vorstandstätigkeit bei den Münzfreunden Darmstadt Ausdruck zu verleihen, haben die Mitglieder einstimmig beschlossen, Herrn Fröhner zum Ehrenvorsitzenden zu benennen. Der neu gewählte Vorstand führte diese Ehrung am 13. März, dem letzten regelmäßigen Münztreffen der MED vor der Corona-Krise, durch. Neben der Ernennungsurkunde zum Ehrenvorsitzenden bekam Karl Heinz Fröhner eine Medaille „Zur Anerkennung treuer Verdienste“ aus einer anderen Zeit (ca. 1800), geschaffen von dem bekannten, in Altenburg geborenen und später als Hofmedailleur am Preußischen Hof tätigen Daniel Friedrich Loos.

In die Amtszeit von Karl Heinz Fröhner fallen neben ca. 200 Münztreffen der MFD fünf überregionale Süddeutsche Münzsammlertreffen, die erfolgreich von ihm organisiert wurden und damit den guten Ruf der MFD auch bei überregionalen Münztreffen begründet haben. Seine guten Kontakte zu namhaften Vertretern der zeitgenössischen Medaillenkunst drückt nicht nur seine spezielle Leidenschaft aus, sondern bescherte den MFD und interessierten Liebhabern eine Serie von Güttler-Medaillen sowie Arbeiten von Victor Huster und Maya Graber. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Vereinsarbeit war schon sehr früh der Internetauftritt der MFD und der DNG, für den er noch heute verantwortlich ist. Nicht zuletzt aus diesem Grunde ist Herr Fröhner seit 2014 auch im Vorstand der DNG.

Karl Heinz Fröhner war immer auch ein emsiger Organisator hinter den Kulissen und so sind die MFD froh, dass er dem neugewählten Vorstand weiterhin als Schriftführer angehört und so mit seinen vielfältigen Erfahrungen und Kontakten weiter die Arbeit der Münzfreunde Darmstadt unterstützt.

Klaus-Rudolf Reuter

Hans-Erich Schmidt 1946 - 2016

Hans-Erich Schmidt

Die Münzfreunde Darmstadt (MfD) als sein Stammverein und weitere numismatische Gesellschaften in der Umgebung trauern um ihr Mitglied Hans-Erich Schmidt(geb.16.11.1946)‚ das völlig unerwartet an den Folgen einer nur viertägigen schweren Krankheit am 18.7. 2016 verstorben ist.

Nach dem Abitur, dessen Bestehen vor 50 Jahren er gerade noch feiern konnte, hatte H.-E. Schmidt eine Ausbildung als Bankkaufmann abgeschlossen und danach eine Stellung bei der Deutschen Bank übernommen Diese berufliche Vorgabe lenkte sein Interesse auf historische Münzen und Medaillen, die er über drei Jahrzehnte mit großem Erfolg sammelte. Groß war auch das Gebiet, auf das er sich spezialisiert hatte: Gepräge Deutschlands seit der Keltenzeit. Um sich darüber orientieren zu können, suchte er neben dem Heranziehen von Literatur vor allem das Gespräch mit Gleichgesinnten und trat daher nach längerem Gästestatus 2002 den MfD bei. Hier übernahm er auch das Amt eines Kassenprüfers, in dem er auch im Februar 2016 bestätigt wurde. Er war langjähriges Mitglied bei der Numismatischen Gesellschaft Speyer und weiteren Mitgliedsvereinen der Deutschen Numismatischen Gesellschaft in Mainz-Wiesbaden, Mannheim-Ludwigshafen, Frankfurt, München, und Dresden, außerdem beim Deutsch-Amerikanischen Münzclub und der Gesellschaft für Internationale Geldgeschichte. Regelmäßig nahm er an Veranstaltungen (Vorträge, Exkursionen etc.) dieser Vereine teil.

Nur selten versäumte er die Vorträge seiner Vereinskollegen und überraschte die Referenten öfters durch mitgebrachte Münzen aus seiner Sammlung, die zum jeweiligen Thema paßten. Gerne besprach er auch neue numismatische Erkenntnisse und Einsichten, von denen er anderswo gehört und gelesen hatte mit seinen Sammlerfreunden.

Bei den jährlichen Sammlertreffen der MfD (Schwerpunkt: Hessische Münzen) war es bis 2015 üblich, auch eine Münzbörse abzuhalten. Immer hatte dann das Ehepaar Schmidt einen Tisch reserviert‚ um Dubletten aus seiner Kollektion zu verkaufen oder zu tauschen. Besonders bemerkenswerte Neuzugänge aus seinem Gebiet wie z.B. einen seltenen Kreuzer von Hessen-Darmstadt für Hanau-Lichtenberg besprach Schmidt in Kurzreferaten.

Mit Hans-Erich Schmidt ist ein hochmotivierter Sammler und Kenner

von uns gegangen, ein liebenswerter Münzfreund und aufmerksamer Zeitgenosse, dem wir für sein ungewöhnliches Engagement Dank schulden und den wir in bester Erinnerung behalten werden.

19.7.16 G.Q

Elfriede Neubuhr-Nauman 1938 - 2015

Dr. Elfriede Neubuhr-Naumann

Die Münzfreunde Darmstadt 1962 e.V. (MfD) trauern um ihr langjähriges Vorstandsmitglied Dr. Elfriede Neubuhr-Naumann (Hamburg 1938 - 2015 Darmstadt). Die Verstorbene hatte 1972 an der Universität ihrer Geburtsstadt den Doktorgrad im Fach Germanistik erworben. In Münster lernte sie ihren Kollegen und späteren Ehemann Dr. Walter Naumann (1910- 1997, Sohn des Politikers Friedrich Naumann(1860-1919)) kennen. Er war 1962 als Professor für Germanistik und vergleichende Sprachwissenschaft in den Fachbereich Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften der Technischen Hochschule (Heute TU) Darmstadt berufen worden. Zu den MfD kam Frau Neubuhr-Naumann durch ihren Sohn Matthias, der als Gymnasiast das Münzensammeln als Hobby entdeckt hatte. 1991 wurde sie Mitglied des Vereins; sie half bei der Zusammenstellung der Jahresprogramme und hielt gelegentlich auch selbst Vorträge. 2002 zur 2. Vorsitzenden gewählt und bis 2013 im Amt hatte sie u.a. an der Vorbereitung der Süddeutschen Münzsammlertreffen 2006 und 2012 mitzuwirken. Da stets die Sache und nicht ihre Person im Mittelpunkt ihres Handelns stand, war die Zusammenarbeit mit ihr eine Freude. Für zwei Verleihungen der 2002 von den MfD gestifteten "Prinz-Alexander-Medaille für Verdienste um den Verein und die Numismatik" (2006 u. 2009) schrieb und hielt sie die Preisreden. Manche Weinachtsfeier verschönerte sie durch jahreszeitlich passende Texte deutscher Dichter, die sie mit leiser aber eindringlicher Stimme vorzulesen verstand. Obwohl in den späten Lebensjahren von Krankheiten geplagt, nahm sie an Veranstaltungen der MfD teil, so zuletzt am üblichen monatlichen Treffen im März 2015. Ende Mai zog sie sich durch Stürze so schwere Verletzungen zu, daß sie am 12. Juni starb. Es war der Tag, an dem die MfD ihren 585. Informations-, Tausch- und Vortragsabend abhielten. Nicht nur die Münzfreunde werden Elfriede Neubuhr-Naumann als vielfältig engagierte, einfühlsame und liebenswürdige Frau im Gedächtnis behalten.

G.Q.

 

Fritz Reiff zum 90. Geburtstag

 

Dr. Fritz Reiff

 

Dr. Fritz Reiff feierte am 13. April 2012 seinen 90. Geburtstag.

Für die Münzfreunde Darmstadt eine gute Gelegenheit ihrem Ehrenmitglied ein rundes Geschenk zum runden Geburtstag zu überreichen.

Peter Götz Güttler wurde beauftragt eine Medaille auf diesen Anlass zu entwerfen und zu fertigen.

 

Medaille auf Dr. Reiff

 Die Vorderseite zeigt im Hintergrund den Jubilar, der sich selber beobachtet bei seinem schönen Hobby, dem Betrachten einer Münze mit der Lupe. Die Inschrift in mehreren Zeilen lautet: 90 JAHRE | DR. FRITZ REIFF | 13. APRIL 1922 | NEUSTADT • SCHWARZWALD (Geburtsort) | FA. MERCK • DARMSTADT | ORG. CHEMIE (berufliche Tätigkeit) 2012. Im Feld die Künstlersignatur G.

 

 Medaille auf Dr. Reiff

Die Rückseite zeigt eine groß dargestellte Elektronhekte mit Umschrift: MYTILENE, LESBOS CA. 521-478 v. CHR. Um zu verdeutlichen wie klein die Originalmünze ist (ca. 10 mm), hat der Künstler die Münze nochmals in das Maul des Löwen platziert. Um die Münzdarstellung herum sind halbkreisförmig einige numismatische Aktivitäten und Ehrungen des Herrn Reiff aufgeführt. DR. FRITZ REIFF NUMISMATIKER • SEIT 1964 MITGLIED BEI | DEN MÜNZFREUNDEN DARMSTADT • 1962 e.V. • EHRENMITGLIED 1998 | PRINZ-ALEXANDER-MEDAILLE 2002 | 2. VORSITZENDER D.V’S 1965-67 • 1. VORSITZENDER 1967-98 | ••• JURY MITGLIED: ELIGIUS PREIS D. VERBANDES D. DT. MÜNZV’E | • 1977-90 •

Unten in der Umschrift: MÜNZFREUNDE DARMSTADT 1962 e.V.

Die Medaille misst 100 mm im Ø und wiegt 279 g.

Dem Künstler Peter G. Güttler ist es eindrucksvoll gelungen den Sammler und auch Forscher Dr. Fritz Reiff darzustellen, sowie seinen jahrzehntenlangen Einsatz für die Münzfreunde Darmstadt zu dokumentieren. Beiden sei an dieser Stelle herzlich gedankt.

Laudatio auf den PAM-Preisträger Gunter Quarg

Laudatio auf den PAM-Preisträger Gunter Quarg

Lieber und sehr verehrter Herr Dr. Quarg.

Anlässlich des zum vierten Mal von den "Münzfreunden Darmstadt" ausgerichteten Süddeutschen Münzsammlertreffens, das einen festlichen Rahmen gewährt, möchte unser Verein diese Gelegenheit nutzen, um Sie mit der Prinz-Alexander-Medaille für "Verdienste um die Darmstädter Münzfreunde und die Numismatik im allgemeinen" auszuzeichnen. Diese Ehrung wurde vor vier Jahren anlässlich des vierzigjährigen Bestehens des Vereins geschaffen und erstmalig vergeben. Heute ist es das zweite Mal, dass wir jemanden mit dieser Medaille auszeichnen wollen.

Mir ist es zugefallen, die Laudatio oder Lobrede, wie man so schön sagt, auf Sie zu halten und damit zugleich unsere Wahl zu begründen. Nun habe ich persönlich etwas gegen diesen Begriff "Lobrede", birgt er doch die Gefahr in sich, dass das Lob in Schmeichelei umkippt. Ich möchte darum bescheidener vorgehen und nur darlegen, was uns im Vorstand so fasziniert hat an Ihnen und Ihrem numismatischen Werk, dass wir uns für Sie als "Preisträger" entschlossen haben - was keinem von uns schwer fiel und einstimmig geschah. Somit wird mein Bericht zwar sehr subjektiv, dafür aber um so authentischer sein.

Ich kam erst 1991 in den Verein, als Sie, als Gründungsmitglied, schon ein "alter Hase" dort waren. Ich hörte - wann und worüber weiss ich nicht mehr - Ihren ersten Vortrag und war tief beeindruckt. Und dieses Gefesseltsein hat sich bis heute erhalten. Was ist es, das Sie so ungewöhnlich macht?

1. Mich hat damals verblüfft und beeindruckt Ihre lucide und druckreife Vortragsweise, gleichsam aus dem Stehgreif. Sie hatten zwar eine Liste mit den Dias, die zur Anschauung kommen sollten; aber kein Manuskript. Sie sprachen trotzdem ohne zu stocken, fliessend und selbstverständlich über den darzustellenden Gegenstand, ohne auch nur ein einziges Mal innehalten, nachdenken, sich verhaspeln oder wiederholen zu müssen. Wer selbst einige Erfahrung im Unterrichten und Vorträgehalten hat, kann das nur neidvoll bewundern. Sie brachten auch keine Literatur mit, um aus ihr zu zitieren. Sie hatten alles im Kopf. Nun könnte man denken, zu Hause oder im Hotelzimmer gäbe es ein Manuskript; aber das glaube ich nicht; denn in den Diskussionen nach Ihren Vorträgen waren Ihre Ausführungen genauso fliessend, so eindrucksvoll und selbstverstündlich wie vorher der Vortrag. Diese Mühelosigkeit hatte etwas Verblüffendes, denn sie war gepaart mit einem unerschüpflichen Wissen.

2. Und damit komme ich zum zweiten Punkt: Ihr unerschöpfliches Wissen. Wo immer man in der Diskussion durch eine Frage antippte, Sie konnten sofort Auskunft geben und zwar nicht nur über den engen Sachverhalt der Frage selbst, sondern über das gesamte historische und kulturelle Umfeld. Sie blieben nie nur beim rein Numismatischen, sondern verstanden es, die numismatischen Einzelheiten in die grösseren Zusammenhänge des Politisch-Geschichtlichen, des Geistesgeschichtlichen, ja des soziologischen Umfeldes einzubauen. Man blieb nie nur am Detail, so interessant dieses auch sein mochte, kleben. Immer eröffnete sich ein weiterer Horizont, über die einzelnen Münze oder Medaille hinaus.

Dass Sie kein gelernter Numismatiker sind, konnte man nicht merken. Und hier darf ich kurz biographisch einfügungen: Sie sind gelernter Chemiker mit einer anschliessenden Ausbildung als wissenschaftlicher Bibliothekar,der dann an der Universitäts-und Stadtbibliothek Köln seine Lebensstellung fand und für einen Teil des naturwissenschaftlichen Bereichs mit dem Schwerpunkt "Chemie" Ihnen mit Recht nach. Warum?

Sie haben dem Aphorismus Lichtenbergs "Wer nichts als Chemie versteht, versteht auch die nicht recht" alle Ehre gemacht. Neben Ihrem Haupthobby Numismatik - wenn ich es einmal so nennen darf - haben Sie vor allem für und in der Bibliothek Ausstellungen verschiedenster Art gemacht. Sie haben sich mit musikgeschichtlichen Fragen, mit Bibliophelie und Bücherkunde, mit Kölner Stadtgeschichte und vielem anderen beschäftigt. Die Fülle Ihrer Publikationen ist beeindruckend und nachzulesen in einer kleinen Schrift, die man in Küln zu Ihrer Verabschiedung herausgegeben hat. Sie enthält eine kurze Biographie und ein Verzeichnis Ihrer Veröffentlichungen. Dort kann fündig werden, wer sich intensiver mit diesem Teil Ihres Lebens und Wirkens beschäftigen möchte. Die Vielzahl der Vorträge, die Sie im Laufe der Jahrzehnte gehalten haben, blieb dabei selbstverständlich unberücksichtigt.

Zugleich waren Sie keineswegs nur ein Bücherwurm und Stubengelehrter, wie man sie so schön dargestellt im 19. Jahrhundert findet (siehe Spitzweg), sondern Sie haben durchaus in der Realität gelebt und, wenn es Ihnen sinnvoll erschien, auch in sie eingegriffen. Ich möchte nur ein Beispiel herausgreifen. Sie waren es, der damals über das deutsche Finanzministerium die EU-Finanzminister darauf hinwies, wie man bei der Gestaltung der neuen Währung des Euro, europäische und berechtigte nationale Interessen vereinigen könnte. Die meisten von Ihnen werden darüber informiert sein, weil nicht nur im "Numismatischen Nachrichtenblatt", sondern - wenn ich mich nicht irre - auch im Fernsehen darüber berichtet wurde. Die Lösung: eine gemeinsame europäische Seite, die den Nennwert der Münze angibt, und eine nationale Seite, die jedes Mitgliedsland aus seinem Kulturerbe gestalten durfte, war einfach genial. Dass Sie sich an ein ähnliches Vorgehen bei der Vereinheitlichung der verschiedenen deutschen Länder im 19. Jahrhundert anlehnten, tut dem keinen Abbruch. Warum soll man nicht manchmal auch aus der Geschichte lernen oder auf diese Art lebendig erhalten?

3. Ich kehre von diesen mehr sachlich-wissenschaftlich orientierten Ausführungen noch einmal zu dem persönlichen Erleben Ihrer Person zurück. Dazu muss ich kurz erwähnen, dass ich seit ca. 1998 für die Programmgestaltung der "Darmstädter Münzfreunde" verantwortlich bin. Und da waren Sie wirklich ein "Freund" der "Münzfreunde". Sie haben aus jeder Verlegenheit geholfen, wenn es irgend ging. Fragte man nach einem Vortrag für das kommende Jahr, so hatten Sie selbstverständlich etwas parat. Ja, manchmal befand ich mich in der glücklichen Lage, gar nicht erst bitten oder anfragen zu müssen, sondern Sie machten eigene Vorschläge. Es war fabelhaft. Ich bekam auch, sobald der Termin vereinbart war, nach kürzester Zeit schon eine Liste mit den vorzustellenden Dias zugeschickt, so dass ich sicher war: Dieser Vortrag steht. Und wenn ich einmal so unhöflich sein musste, wie es das Jubiläumsjahr Liebigs erforderte, dass ich Sie bitten musste, Ihren Alexandervortrag auf das nächste Jahr zu verschieben, und Sie statt dessen um einen Liebigvortrag bat, so waren Sie keineswegs gekränkt, sondern sofort bereit, diesen Wunsch zu erfüllen.

Wieviel Sie für den Verein getan haben, wie gut die Zusammenarbeit mit Ihnen war, stets freundlich, zuvorkommend und hilfsbereit von Ihrer Seite, können wohl nur die Vorstandsmitglieder ermessen. Und so war es für uns auch eine Selbstverständlichkeit, Sie im Rahmen des Süddeutschen Münzsammlertreffens mit der Prinz-Alexander-Medaille auszuzeichnen, denn Sie haben wahrhaft über die Jahrzehnte hin viel für die "Münzfreunde Darmstadt" - abgesehen von Ihrer eigenen umfangreichen Sammlertätigkeit und Ihren numismatischen Verüffentlichungen, die ja allen an diesem Fach Interssierten zugute kamen - getan und sich für unsere Programme selbstlos eingesetzt. Wir können das nicht zurückgeben, aber wir hoffen und wünschten uns, dass wir Ihnen mit dieser kleinen Anerkennung eine Freude machen - zum Beginn Ihres Ruhestandes. Für diesen wünschen wir Ihnen alles Gute, viel Kraft und Frische für weitere numismatische Arbeiten, für Publikationen im "Nachrichtenblatt" und Vorträge bei uns. Wir wünschen Ihnen aber auch Freude an der Freiheit vom Berufsleben und dem Mehr an Zeit für Ihre "Liebhabereien". Nochmals: herzlichen Dank.


Dr. Elfriede Neubuhr-Naumann
2. Vorsitzende Münzfreunde Darmstadt 1962 e.V.

 

Münzhistorie

Münzgeschichte von Hessen-Darmstadt

Die SÜDHESSISCHE Gas und Wasser Aktiengesellschaft hat von 1993 bis 2004 Nachprägungen von Darmstädter Thalern aus vier Jahrhunderten als Weihnachtsgeschenke an Kunden ausgegeben.Sie sollen die Großmünze des Hessenlandes begreifbar machen.

Die Herren Dr. Arthur Hüffell und Dr. Fritz Reif (Münzfreunde Darmstadt 1962 e.V.) organisierten die Prägungen bei der Fa. Reischauer, Idar-Oberstein und erstellten die fachkundlichen Erläuterungen.

Nachprägung in dekorativer Holzschachtel und Beschreibung.

Münzvereins-Thaler 1572

Münzvereins-Thaler 1572, der „erste" Darmstädter Thaler

Von diesen 1572 geprägten Münzvereins-Thalern und ihren Teilstücken (1/2 und 1/4) wurde für die vier hessischen Fürsten eine Gesamtauflage von 19696 Stück vereinbart, von denen entsprechend der Bevölkerungszahl etwa zwei- bis dreitausend auf Hessen-Darmstadt entfallen sein dürften. Ganze Thaler waren es wohl nur wenige Hundert. Prinz Alexander von Hessen und bei Rhein, der wohl die größte hessische Münzsammlung besessen hat, schreibt in seinem Katalog (1877), daß nur noch drei Exemplare dieses Thalers bekannt seien. Heute kennt man nur den Aufbewahrungsort von zweien. Der eine liegt im Wiener Münzkabinett, der zweite befindet sich im Darmstädter Landesmuseum, das die Sammlung des Prinzen Alexander übernommen hat und weiterhin betreut. Von den über 18000 Münzen und Medaillen der Sammlung - bekannt als „Heiligenberger Münzkabinett“ - hat nur ein Teil den letzten Krieg unversehrt überstanden, darunter auch dieser erste Darmstädter Thaler.

Auf seiner Vorderseite (Avers) zeigt er das vollständige hessische Wappen im ausgebogenen Schild mit drei Helmen und Helmdecken. Die Umschrift lautet: GEORGIUS D G LANTGRAVIUS HASSIAE (Georg von Gottes Gnaden Landgraf von Hessen).

Die Rückseite (Revers) zeigt das zusammengesetzte Wappen von Mainz, Trier, Köln und der Pfalz, im unteren Abschnitt für die vier hessischen Fürsten gemeinsam den hessischen Löwen mit den zwei Schwänzen. Über dem Wappen steht geteilt die Jahreszahl 1572. Die Umschrift lautet: MONETA NO(VA) RHEN(ENSIUM) ELECT(ORUM) PRINC(IPIUMQUE) CONSOC(IATORUM), zu deutsch neues Geld der rheinischen Kurfürsten und der teilnehmenden Fürsten (am Münzvertrag).

Porträt-Thaler 1626

Der Reichsthaler des Darmstädter Landgrafen Ludwig V. von 1626

ist ein typischer Porträt-Thaler des frühen 17. Jahrhunderts. Er wurde nach den Festsetzungen des Reichsmünzabschieds von Augsburg (1566) geprägt. Danach sollten acht dieser Stücke in ihrem Rauhgewicht (= Gesamtgewicht) oder neun in ihrem Feingewicht (= Gewicht des darin enthaltenen Silbers) der Rechnungseinheit Kölnische Mark (233,8 g) entsprechen. Der Silbergehalt sollte demnach rein rechnerisch bei 88,89% liegen. Geringe Toleranzen in Rauhund Feingewicht waren zugelassen. Er entsprach im Jahre seiner Prägung dem Wert von 90 Kreuzern bzw. 32 Hessen-Albus.

 

Die Münzvorderseite (Avers) zeigt das Brustbild des Landesherrn von rechts mit kurzem, krausgelocktem Haar, Kinnspitzbart und hohem spanischen Kragen. Der Landesherr trägt ein gesticktes Wams mit einem Umwurf, welcher auf der rechten Schulter einen abstehenden dicken Knoten bildet. Die Umschrift lautet: LUDOVICUS D G LANDGR HASSIAE COM IN  (Ludwig von Gottes Gnaden Landgraf von Hessen, Graf von Catzenellenbogen).

Die Rückseite (Revers) trägt das dreimal behelmte Gesamtwappen von Hessen mit dem Wahlspruch Ludwig V.: IN TE DOMINE CONFIDO 626 (Auf Dich, Herr, baue <vertraue> ich). Die Jahreszahl 1626 wurde wohl aus Platzmangel verkürzt. Der Durchmesser der Münze beträgt 43,5 mm, das Gewicht liegt bei 28,7g.

Sterbetaler 1661

Der Sterbethaler 1661 des Landgrafen Georg II. von Hessen Darmstadt

Bis zum Barockzeitalter begnügten sich die Münzherren bei der Prägung größerer Münzeinheiten im allgemeinen damit, die Staatsgewalt durch Porträt und Wappen des regierenden Fürsten zu demonstrieren. Im 17. Jahrhundert kam der Brauch auf, auch politische und militärische Begebenheiten wie Friedensschlüsse, Siegesfeiern und Huldigungen sowie bedeutende Ereignisse im jeweiligen Fürstenhaus, etwa Hochzeiten, Geburten, Regierungsantritte, Krönungen, Jubiläen und schließlich auch Sterbefälle, zur Gestaltung des Münzbildes zu verwenden.

Die aus solchen Anlässen geprägten Münzen (z.B. Dukaten, Thaler und deren Teilstücke) waren nach Größe, Gewicht und Feingehalt Bestandteil des bestehenden Münzsystems und konnten als gültiges Geld zirkulieren. Zu diesen „Gedenkmünzen“ gehört auch der Sterbethaler Georg II.

Ganz unbewußt griff man dabei auf alte Traditionen zurück. Schon im Römischen Kaiserreich war es üblich, auf Münzen den Herrscher, seine Taten und seine Familie vorzustellen.

Zu unterscheiden davon sind die aus solchen Anlässen seit dem 16. Jahrhundert zunächst gegossenen und später geprägten Gedenkmedaillen. Diese hatten in keinem der vorgenannten Kriterien eine Beziehung zum umlaufenden Geld.

Bei unserem Sterbethaler handelt es sich also um einen vollwertigen Reichsthaler.

Auf seiner Vorderseite trägt er die in Latein geschriebenen Lebensdaten des verstorbenen Landgrafen. Sie lauten in deutscher Übersetzung: Er wurde am 17. März 1605 geboren, verschied am 11. Juni 1661, erst 56 Jahre und 3 Monate alt. Er regierte 34 Jahre und 10 Monate.

Im äußeren Kreis um diese Schrift herum lesen wir: Dem Herrn Georg II, dem Landgrafen von Hessen, dem Fürsten von Hersfeld, dem Grafen von Catzenelnbogen, von Dietz, Ziegenhain, Nidda, Schaumburg, Isenburg und Büdingen.

Auf der Rückseite steht ein belaubter Baum, über. dessen Stamm quer ein Band mit folgender Inschrift läuft: AETERNITATI SACRUM.

Offenbar handelt es sich um eine emblematische Darstellung in der Bildersprache des Barock, der eine auf den ersten Blick nicht erkennbare Bedeutung innewohnt.Nach einer älteren Literaturangabe könnte es sich bei dem Baum um jene Eiche handeln, die Landgraf GeorgI. im Jahre 1577 bei der Heimkehr von der Jagd aus einem Eichenbüschel von seinem Hute gepflanzt hat, als er die Nachricht von der Geburt seines zweiten Sohnes erhielt. Dieser Sohn sollte später als Ludwig V. der Vater unseres Münzherrn Georg II. werden. Im Jahre 1661 war der Baum schon zu stattlicher Größe heran- und in die vierte Landgrafengeneration hineingewachsen. Somit wäre die genannte lateinische Inschrift wohl am ehesten etwa mit WEIHEGABE FüR DIE EWIGKEIT zu übersetzen.

Im Rand außerhalb des Kreises befindet sich die Umschrift: Münze zum Leichenbegängnis des besten Fürsten, des Frommen, des Klugen, des Wohltätigen. Während es in Hessen-Kassel im Verlauf von drei Jahrhunderten zur Prägung zahlreicher Sterbemünzen kam, sind in Hessen-Darmstadt die auf den Tod von Ludwig V. und Georg II. die einzigen geblieben.

Ausbeutetaler 1696

Der Ausbeutethaler von 1696

ist der erste und auch der einzige Ausbeutethaler von Hessen-Darmstadt. Es existiert noch ein Thaler aus dem Jahr 1715 mit Bezug auf den Bergbau in Thalitter, er ist jedoch keine Ausbeutemünze, da dort nur Kupfererz gefördert wurde.

Das Silber für den Ausbeutethaler wurde aus dem Erz der 1695 eingerichteten Grube „Gottesgabe“ bei Roth im Amt Blankenstein (heute Kreis Biedenkopf) gewonnen. Aus der ersten Probeschmelze des Erzes erhielt man 15 Mark Silber (das sind etwa 3,5 kg), das zur Prägung von Thalern und wenigen Halbthalern verwendet wurde. Diese erfolgte 1696 in Giessen, wohin die Darmstädter Münzstätte wegen der Bedrohung durch französische Truppen zeitweilig verlegt worden war.

Auf seiner Vorderseite zeigt der Thaler zwei Bergleute, die links und rechts von einem Palmbaum stehen, an dem das hessische Wappen schräg aufgehängt ist, der eine mit Grubenhacke, der andere mit Grubenlampe. Hinter dieser Darstellung ist eine bewaldete Landschaft mit verschiedenen Bauten (wahrscheinlich Förderanlage) zu erkennen. Im Abschnitt unter dem Palmbaum liest man die Buchstaben I.A.R. Sie stehen für Johann Adam Rephun, der ab 1693 Hessen-Darmstädtischer Münzmeister in Darmstadt bzw. in Giessen war. Um das Münzbild befindet sich die Umschrift: GoOTT BAUE DAS HAUS HESSEN-DARMSTATT.

Auf der Rückseite des Thalers ist ein Bergmann dargestellt, der durch Drehen einer Haspel Erz aus einer Grube fördert. Dahinter befindet sich eine Bergwerkslandschaft mit rauchenden Schmelzhütten, über welcher die aufgehende Sonne strahlt. Die Umschrift lautet: So BLICKEN DIE ERSTLING DES SEGENS HERFUR. Der Originalthaler trägt auf dem Rande die bei der Nachprägung nicht vorhandene Randschrift: SOLCHE FRÜCHTE GIBT DIE ROTHER GOTTESGAB.

 

Die Münzbilder auf Vorder- und Rückseite sind Ausdruck des in der Barockzeit bei den regierenden Fürsten weit verbreiteten Bestrebens nach Selbstdarstellung.

In einer gut gelungenen Komposition von Wort und Schrift wird der Ablauf der technischen Vorgänge und deren Einordnung in das göttliche und fürstliche Konzept geschildert.

Der Palmbaum mit dem Wappenschild ist als ein Symbol für die Freude des Landgrafen über den Bergsegen aufzufassen, den Gott dem Hause Hessen-Darmstadt zukommen läßt. Die reiche Ausbeute ist ein sichtbares Zeichen des göttlichen Wohlgefallens, worauf dieses Haus seine Zukunft bauen kann.

Jagdtaler um 1750

Der Jagdthaler Ludwigs VIII.

ist keine eigentliche Münze wie die bisher beschriebenen Stücke unserer Nachprägungen Darmstädter Thaler. Er ist zwar im Thalergewicht ausgeprägt und konnte als Thaleräquivalent in Zahlung genommen werden. Durch seine geringe Auflage war er aber für den Geldverkehr weder geeignet noch dazu bestimmt. Seine Entstehung verdankt er neben der Jagdleidenschaft des Landgrafen dessen Vorliebe für die Medaillenprägung.

Wie die im Münzgewicht ausgeprägten Jagdgulden und Jagddukaten vergab der Landgraf den Jagdthaler an ausgewählte Teilnehmer seiner Jagden als Andenken und als Erfolgsprämie. Da die Stücke nie im Umlauf waren, sind die wenigen heute noch erhaltenen Exemplare zumeist vorzüglich erhalten. Durch ihre Seltenheit und Originalität sind sie bei Sammlern hoch begehrt.

Auf der Vorderseite zeigt der Jagdthaler zwei miteinander verschlungene L, auf denen die Fürstenkrone ruht. Das Monogramm bedeutet „Ludwig Landgraf“. Es geht auf Ludwig XV. von Frankreich zurück, der es auf einigen Nominalen seiner Münzprägung erscheinen ließ.

Auf der Rückseite schreitet ein kapitaler Hirsch in einer Parklandschaft von links nach rechts. Darunter sind im Hintergrund zwei sich bekämpfende und ein äsender Hirsch zu sehen. Bei dem im Hintergrund rechts stehenden Gebäude handelt es sich um das Jagdschloß Romrod in Oberhessen.

Unser Jagdthaler ist ein sogenanntes „Zwitterstück". Das heißt, Vorder- und Rückseite wurden aus zwei nicht zusammengehörenden gleich großen Stempeln geprägt. Bei der Vielfalt vorhandener Stempel konnte es entweder gezielt oder auch unbeabsichtigt zu solchen Kombinationen kommen.

Der Medailleur des unsignierten Stückes ist vermutlich Anton Schäfer, der die meisten und besten Medaillen für Ludwig VIII. gefertigt und zum großen Teil auch signiert hat.

Konventionstaler 1764

Die Münzkonvention von 1753 war eine überregionale Neuordnung des Münzwesens, eingeführt von Bayern und Österreich.

Ein neuer Thaler wurde geschaffen: der Konventionsthaler. Von ihm sollten zehn Stück dem Wert einer feinen Mark entsprechen. Aufgeteilt wurde der Konventionsthaler in 120 Kreuzer.

Das Wesentliche dieser Münzkonvention war, daß die Teilstücke des Thalers - 1/2 Konventionsthaler, 20 Kreuzer, 10 Kreuzer, 5 und 4 Kreuzer - in ihrem „inneren Silber-Wert“ dem auf der Münze angegebenen entsprachen, d.h., sie waren nicht unterwertig. Dementsprechend sollte auf ihnen die sogenannte „Aufzahl“ auf die feine Mark aufgeprägt sein. Für ein 20-KreuzerStück z. B. bedeutet dies, daß darauf die Wertbezeichnung „60 eine feine Mark“ abzulesen war. Das galt auch für die übrigen Teilwerte. Nach Ende des Siebenjährigen Krieges traten die süddeutschen Länder, darunter auch Hessen-Darmstadt, dieser Münzkonvention bei.

Auf seiner Vorderseite trägt dieser Thaler das geharnischte Brustbild Ludwig VIII. im Hermelinmantel mit Ordensband, eingerahmt von der Umschrift: LVDOVICVS • VIII • D: G LANDGR • HASS •

Als Vorlage für das Porträt dürfte das von Johann Christian Fiedler speziell für Münzdarstellungen geschaffene Ölbild gedient haben, das in der Darmstädter Münzstätte hing.

Die Rückseite zeigt das mit dem Fürstenhut bedeckte Wappen von Hessen-Darmstadt. Hier sind die üblicherweise auf einem Schild präsentierten Felder mit den Wappen der Einzelherrschaften in einem durch ein Band miteinander verbundenen Kreis um den hessischen Löwen gruppiert. Dem Münzgraveur ist dadurch eine raumfüllende und harmonische Rückseitengestaltung geglückt. Die Prägung nach dem Münzabkommen („Konventionsmünzfuß“) wird durch die Umschrift AD NORMAN CONVENTIONIS dokumentiert. Über dem Wappenrund ist die Jahreszahl 1764 zu lesen.

Bei unserem Konventionsthaler aus dem Jahr 1764 wurde auf die bei den übrigen fünf Varianten dieser Münze zusätzlich ausgeprägte Bezeichnung „EINE FEINE MARK" vermutlich zugunsten des ausgewogenen Münzbildes verzichtet.

Konventionstaler 1772

Ludwig IX, als Landgraf von Hessen-Darmstadt, hat  nicht viel geprägt. Aus den Jahren 1770, 1771 und 1772 datieren seine einzigen Prägungen von Konventionsthaler bzw. deren Teilstücken, die sich nur durch geringe Variationen im Münzbild voneinander unterscheiden. Hierzu gehört auch der beschriebene Konventionsthaler von 1772.

Auf seiner Vorderseite zeigt der Konventionsthaler die Porträtbüste von Ludwig IX., das Haar nach der Mode der Zeit im Nacken mit einer Schleife zusammengehalten. Auf der Brust trägt er über einem Gewand einen mit Blumen verzierten Harnisch, über den ein breites Ordensband gelegt ist. Im Armabschnitt ist der Buchstabe B zu lesen. B steht für den Münzgraveur Heinrich Philipp Bossler (geb. 1744) aus Darmstadt, der in den Jahren 1770 bis 1772 an der Darmstädter Münze tätig war. Die Umschrift  lautet: LUDOVICUS IX. D:G. LANDGRAVIUS HASS.

Das sehr harmonisch gestaltete Rückseitenbild zeigt den achtfach behelmten Wappenschild von Hessen mit elf die Einzelherrschaften repräsentierenden Feldern, der von zwei Löwen gehalten wird. Darunter befinden sich der an einem Band aus einzelnen Gliedern hängende preußische Adlerorden sowie verschiedenes Kriegsgerät und Fahnen.

Links und rechts davon stehen die Buchstaben R und F als Initialen für den Münzmeister Remigius Fehr. Über dem unteren Rand befindet sich die Schrift: X EINE FEINE MARCK. Diese entspricht in ihrer Bedeutung derjenigen des vorigen Konventionsthalers Ludwigs VIII. aus dem Jahre 1764. Im oberen Teil liest man die durch die Helmzierden getrennte Jahreszahl 1772.

Mit diesem Rückseitenbild dokumentiert Ludwig IX. seine Vorliebe für alles Militärische. Die gesenkten Fahnen sollen seine ruhmreichen Siege und der preußische Adlerorden seine großen militärischen Verdienste versinnbildlichen.

Champagnertaler 1854

Der Doppelthaler 1854 von Großherzog Ludwig III.

Dieses nach dem „Münzverein“ aus nord- und süddeutschen Staaten gemäß dem Dresdner Münzvertrag von 1838 zur Schaffung einer einheitlichen Münze im Vertragsgebiet als „Vereinsmünze“ bezeichnete Stück ist die letzte Prägung dieses Typs.

Nachdem unter der Regierung Ludwig II. von 1839 - 1844 eine umfangreiche Emission dieser Stücke stattgefunden hatte, erfolgte unter Ludwig III. im Jahre 1854 eine letzte Ausprägung mit der bescheidenen Stückzahl von 43.000. Es war das endgültige „Aus“ für diesen Münztyp. Im praktischen Gebrauch hatte er sich nicht bewährt. Die an und für sich ansprechenden Stücke waren wegen ihrer Größe (Durchmesser 4 cm) und ihres Gewichts (ca. 37 g) zu unhandlich für den Münzumlauf. Im Volksmund erhielt dieser Typ die Bezeichnung „Champagnerthaler“, da zur Zeit seiner Ausprägung der Preis für eine Flasche Champagner 2 Thaler betrug. Soviel Champagner konsumierten die damaligen Hessen sicherlich nicht, dass der Verbrauch dieses Getränks die weitere Prägung gerechtfertigt hätte.

Heute ist dieses Stück wegen seiner niedrigen Auflage recht selten, und man könnte für den Erlös eines einzigen Exemplars nicht wie ehedem eine, sondern in Abhängigkeit vom Erhaltungsgrad 50-80 Flaschen „echten“ Champagner kaufen.

Wenn wir uns am Ende dieses Millenniumjahres, das ja nach logischer Berechnungsweise erst am 1. Januar 2001 beginnt, eine Flasche des edlen Getränks leisten - man gönnt sich ja sonst nichts - und dabei an den „Champagnerthaler“ und seinen heutigen Wert denken, so wäre das eine Hommage an Großherzog Ludwig III. und seinen schönen Doppelthaler.

Auf seiner Vorderseite trägt unsere Münze das Porträt des Großherzogs Ludwig III. und darum die Umschrift: LUDWIG III GROSSHERZOG VON HESSEN. Unter dem Halsabschnitt ist KORN zu lesen, das Signum des Münzgraveurs F. Korn aus Mainz.

Die Rückseite zeigt unter einem gekrönten Fürstenmantel zwei gekrönte stehende Löwen mit Doppelschweif, die einen gekrönten Wappenschild mit dem gekrönten hessischen Löwen halten. Unter dem Wappenschild befinden sich die Insignien des Ludwigs- und Philippsordens. Die Umschrift lautet im oberen Teil: GULDEN VII EINE F. MARK 2 THALER, im unteren Teil: VEREINS 1854 MÜNZE.

Die nur im Original vorhandene Randschrift lautet: CONVENTION VOM 30. JULY 1838.

Konventionstaler 1793

Der Konventionsthaler 1793 von Landgraf Ludwig X.

Bei unserem Thaler handelt es sich um einen Konventionsthaler gemäß der Münzkonvention von 1753 im Sollgewicht (rauh) von 28,07 g mit einem Feingehalt an Silber von 833,33 ‰.

Auf seiner Vorderseite zeigt er das Brustbild des Landgrafen von der rechten Seite mit Zopfperücke in bürgerlicher Kleidung, d. h. im Rock mit stehendem Kragen und umgelegten Klappen, Weste, Jabot und Krawatte.

Die lateinische Umschrift lautet: LVDOVICVS X.

D. G. (Dei Gratia = von Gottes Gnaden) LANDGRAVIVS HASS. Auf der Rückseite ist das vollständige von zwei Löwen im ovalen und mit dem Fürstenhut bedeckten Schild unter der Umschrift X. EINE FEINE MARK zu sehen. Darunter befindet sich die Jahreszahl 1793. Die am unteren Rand zu lesenden Buchstaben RF stehen für den Münzmeister Remigius Fehr.

Kronentaler 1819

Der Kronenthaler aus dem Jahre 1819

Noch im Jahre 1806 führte der zum Großherzog avancierte Landgraf einige generelle Änderungen im Münzbild ein, die seinem neuen Status entsprachen. Wo auf einer Münze der Löwe auftaucht, trägt er jetzt statt des landgräflichen Fürstenhuts die Königskrone. Zwar war Ludewig „nur“ Großherzog geworden, um ihn aber gegenüber den Königen von Württemberg und Bayern nicht zu sehr ins Abseits zu stellen, gab man ihm die Berechtigung, den Titel „Königliche Hoheit“ zu führen und die Königskrone in sein Wappen aufzunehmen. Wenn der Löwe freistehend dargestellt ist, trägt er von nun an in seiner rechten Pranke ein erhobenes Schwert, als wolle er damit zum Ausdruck bringen, kräftiger zuschlagen zu können als bisher. Die bisherige Umschrift auf der Porträtseite der Münze LUDOVICVS DG LANDGRAVIVS HASS (LAE) lautet jetzt: LUDEWIG GROSSHERZOG VON HESSEN. Die Bezeichnung DG (= Dei Gratia - von Gottes Gnaden) erscheint von nun an nicht mehr. Im Gegensatz zu manchen anderen Rheinbundfürsten war der neue Großherzog Realist genug, um zu wissen, wem er den neuen Titel zu verdanken hatte. Zur Prägetätigkeit selbst ist zu vermerken, dass im Großherzogtum bis zum Jahrc 1809 neben Scheidemünzen aus geringhaltigem Silber (Landmünzen) 5-, 10- und 20-Kreuzerstücke im gewohnten Konventionsfuß geprägt wurden. Mit einem letzten Konventionsthaler aus diesem Jahre fand die Prägung von Konventionsthalern in Hessen-Darmstadt ein Ende.

An Groß-Silbermünzen waren im Lande hauptsächlich fremde Taler im Umlauf— vor allem der in den österreichischen Niederlanden geprägte Kronenthaler, so benannt nach den auf seiner Rückseite abgebildeten drei Kronen. Infolge einer geringen Überbewertung (er galt 2,2 % mehr als seinem Silbergehalt entsprach) verdrängte er den Konventionsthaler in wachsendem Maße aus dem Umlauf. In den davon betroffenen Ländern (hauptsächlich die süddeutschen Staaten) fand deshalb zwischen 1810 und 1837 eine eigene Prägung von Kronenthalern zu 162 Kreuzern statt. Im Gegensatz zum Konventionsthaler war also der Kronenthaler nicht das Ergebnis eines Münzvertrages und hatte keine definierten Teilstücke. Es fehlt auch deshalb in der Umschrift die Bezugnahme auf die Feine Mark, wie es bei den Konventionsthalern und seinen Teilstücken der Fall war. Seine erste Ausprägung in Hessen-Darmstadt erfolgte 1819 mit dem hier beschriebenen Stück. 1825 folgte ihm noch eine zweite, recht umfangreiche Emission eines Kronenthalers nach. Ohne währungspolitische Bedeutung war die nur repräsentativen Zwecken dienende Prägung von goldenen 10-Guldenstücken der Jahre 1825 und 1827.

Auf seiner Vorderseite trägt er das Brustbild des Großherzogs mit kurzem Haar von der linken Seite in der Uniform der hessischen Generalität mit Orden und Ordensband. Im Armabschnitt ist der Buchstabe H zu lesen, der für den Namen des damaligen Münzmeisters Hector Rössler steht. Die Umschrift lautet: LUDEWIG GROSSHERZOG VON HESSEN.

Auf der Rückseite thront über einem mit Hermelin ausgeschlagenem Wappenmantel die Königskrone. In der Mitte des Mantels schreitet im spitzovalen Schild der gekrönte doppelschwänzige hessische Löwe mit erhobenem Schwert nach links. Über dem Schild ist ein offener Helm zu sehen und am unteren Ende des Schildes hängt der hessische Hausorden, dessen Band zugleich die Begrenzung des Schildes bildet. Neben dem Ordenskreuz steht, durch dieses getrennt, die Jahreszahl 1819. Die Buchstaben H und R darüber weisen wieder auf den Münzmeister Hector Rössler hin. Die Umschrift lautet: EIN KRONENTHALER

Vereinstaler 1871

Der Vereinsthaler des Großherzogs Ludwig III. von 1871

Im Rahmen der Bestrebungen zur Vereinheitlichung der Währungssysteme innerhalb des Deutschen Bundes kam es am 24. Januar 1857 zum Abschluss des Wiener Münzvertrages. Die Teilnehmerländer an diesem neu geschaffenen Münzverein waren die deutschen Staaten - mithin auch Hessen - und Österreich unter Einschluss auch der nichtdeutschen Gebiete des Habsburgerreiches. In dem Vertrag wurde die einheitliche Ausprägung eines im ganzen Vertragsgebiet gültigen „Vereinsthalers“ beschlossen. Das Bezugsgewicht für diese neue Münze sollte nicht mehr die feine Mark (233,8 g Feinsilber), wie es noch beim Konventionsthaler gewesen war, sondern das Zollpfund zu 500 g sein. Auf ein Zollpfund Feinsilber sollten 30 dieser neuen Vereinsthaler gehen, was einem Feinsilbergewicht von 16,66 g für das einzelne Stück entsprach. Da er mit einem Feinsilbergehalt von 900/1000 ausgeprägt werden sollte, kam das tatsächliche Gewicht des umlaufenden Vereinsthalers auf 18,52 g.

Die Gestaltung des Porträts des jeweiligen Landesfürsten auf der Vorderseite und des Landeswappens auf der Rückseite war den Vertragsländern überlassen, während die Umschrift auf der Rückseite für alle verbindlich war. Mit Recht kann der Vereinsthaler von damals aus heutiger Sicht als ein Vorläufer unseres EURO betrachtet werden.

Nach dem Ausscheiden Österreichs blieben die Vereinsthaler gemäß dem Wiener Münzvertrag in den Ländern des späteren Deutschen Kaiserreichs bis 1871 die alleinig ausgeprägten Großsilbermünzen. Der darauf folgenden politischen Union war damit von der Währungsseite der Weg bereitet.

Der Vereinsthaler blieb auch nach der Einführung der Reichsmarkwährung bis 1907 neben den neuen 2- und 5-Mark-Stücken gültiges Zahlungsmittel. Mit seinem Umrechnungswert von 3 Reichsmark füllte er eine Lücke zwischen diesen beiden Nominalen. Auch nach seiner Außerkurssetzung überlebte die altehrwürdige Bezeichnung Thaler. Im täglichen Sprachgebrauch blieb das 3-Mark-Stück eben ein Thaler.

Die in Darmstadt für das Großherzogtum Hessen geprägten Vereinsthaler tragen auf ihrer Vorderseite die nach links blickende Porträtbüste des Großherzogs in der Umschrift: LUDWIG III GROSHERZOG VON HESSEN.

Auf der Rückseite halten zwei auf einer verzierten Leiste stehende Löwen den gekrönten Wappenschild mit dem hessischen Löwen. Darunter steht die Jahreszahl 1871. Die Umschrift lautet gemäß den Festsetzungen des Wiener Münzvertrages von 1857: EIN VEREINSTHALER XXX EIN PFUND FEIN. Die im Original eingeprägte Randschrift MÜNZVERTRAG VOM 24. JANUAR 1857" ist auf unserer Nachprägung aus technischen Gründen nicht vorhanden.

In der Münzstätte Darmstadt wurden während der 15 Prägejahre von 1857-1871 über drei Millionen Vereinsthaler für Hessen-Darmstadt hergestellt, die sich nur durch die eingeprägte Jahreszahl unterscheiden. Angesichts dieser hohen Prägezahl und wegen des relativ unattraktiven Münzbildes ist es verständlich, dass sie sich in Sammlerkreisen keiner besonders hohen Wertschätzung erfreuen. Interessant sind sie auf jeden Fall wegen ihrer währungspolitischen Bedeutung.

Mit der Außerkurssetzung im Jahre 1907 ging die etwa 400 Jahre alte Geschichte des Thalers, der vielen Generationen ein fester Wertbegriff gewesen war, endgültig zu Ende.

 

Drei-Mark-Stück 1917

Das Drei-Mark-Stück 1917 von Hessen-Darmstadt zum 25. Regierungsjubiläum von Großherzog Ernst-Ludwig

Mit der letzten Silbermünze schließt sich der Kreis der Thaler von Hessen-Darmstadt, der mit der Prägung des ersten Thalers unter Landgraf Georg I. im Jahre 1572 begonnen hatte. Es handelt sich zwar um ein Drei-Mark-Stück, im Grunde kann es aber als der letzte Thaler von Hessen-Darmstadt bezeichnet werden. Im Jahre 1907 war der damals noch gültige Vereinsthaler (siehe Beschreibung Vereinsthaler 1871) durch ein neu eingeführtes Drei-Mark-Stück ersetzt worden, das im Wert exakt seinem Vorgänger, dem Vereinsthaler, entsprach. Im Volksmund wurden die Drei-Mark-Stücke stets „Thaler“ genannt.

Großherzog Ernst-Ludwig (1868 - 1937) hatte im Jahre 1892 nach dem Tode seines Vaters Ludwig IV. (1837 - 1892) die Regierung des Großherzogtums übernommen. Sein 25-jähriges Regierungsjubiläum fiel in das Kriegsjahr 1917, in eine Zeit, da die Edelmetalle der strikten Bewirtschaftung unterlagen. Dennoch gelang es, für eine Sonderprägung eines Drei-Mark-Stückes aus diesem Anlass von der Bewirtschaftungsbehörde die Genehmigung zur Ausprägung von 100.000 Stück zu erhalten. Trotz aller Bemühungen war jedoch nur soviel Silber zu beschaffen, dass es letztendlich nur für die bescheidene Zahl von 1333 Exemplaren reichte. Dieser geringen Auflage entsprechend konnte nur die Verwendung als Geschenkstücke in Frage kommen. Die Prägung erfolgte in der Münzstätte Berlin ausschließlich in polierter Platte (d. h. von poliertem Stempel).

Der Entwurf zur Gestaltung der Vorderseite mit dem Portrait stammt von dem Bildhauer und Medailleur Heinrich Jobst (1874 - 1943). Er war seit 1907 Mitglied der vom Großherzog gegründeten Künstlerkolonie in Darmstadt und hatte sich durch eine Reihe von Entwürfen für Medaillen und Plaketten für diese Aufgabe bestens empfohlen. Auf der Rückseite gab es nichts zu gestalten, das Muster für die Ausführung war vorgeschrieben.

Auf ihrer Vorderseite trägt die Münze die Portraitbüste des Großherzogs nach links, unter dem Halsabschnitt ist ein Lorbeerzweig zu sehen. Die Umschrift lautet: ERNST • LUDWIG • GROSS -- HERZOG • VON • HESSEN. Unter der linken Spitze des Halsabschnitts befindet sich ein kleines A, das Zeichen für die Münzstätte Berlin, vor dem Kinn die Jahreszahlen *1892 * 1917 *.

Die Gestaltung der Vorderseite ist dem Künstler sehr gut gelungen. Auf einen schriftlichen Hinweis auf den Anlass der Prägung wird verzichtet - den geben der schlichte Lorbeerzweig und die auf das Jubiläum bezogenen Jahreszahlen. Gestaltung und Anordnung der Schrift und der Zahlen ergeben zusammen mit dem Portrait, bei dem die außerordentliche Persönlichkeit des Großherzogs zum Ausdruck kommt, ein äußerst attraktives Münzbild.

Mit dem gekrönten Reichsadler und der Umschrift DEUTSCHES REICH 1917 DREI MARK entspricht das Rückseitenbild dem im Kaiserreich seit 1890 üblichen.


Mit Talernachprägungen vermittelte die HEAG Südhessische Energie AG bzw. eines ihrer Vorgängerunternehmen von 1993 bis 2004 ihren Geschäftsfreunden und Partnern einen Einblick in die geschichtliche Entwicklung Hessens und insbesondere des Hauses Hessen-Darmstadt. Die letzte Münze dieser Serie ist das Drei-Mark-Stück von 1917. Mit dieser Prägung enden zugleich vier Jahrhunderte Talergeschichte. Doch der Taler, der im deutschsprachigen Raum vielen Generationen als Zahlungsmittel diente, lebt unter der Bezeichnung Dollar in den Vereinigten Staaten von Amerika und anderen Ländern fort. Wie in den vergangen Jahren haben wir uns auch bei dieser Münznachprägung und der fachlichen Beschreibung auf die numismatische Kompetenz der Herren Dr. Arthur Hüffell und Dr. Fritz Reif (Münzfreunde Darmstadt 1962 e.V.) gestützt.