Verein

Vorsitzender:
Günter Unshelm

Brucknerstr. 34
40721 Hilden
Tel. und Fax (02103) 40549

 

Internet: www.bergische-numismatik.de



Vortragsveranstaltungen:


Es finden vierteljährlich Vortragsveranstaltungen statt, jeweils am zweiten Sonntag im März, Juni, September und Dezember in der Kemenate  auf Schloss Burg (Solingen-Burg, Schlossplatz)  Beginn 10.30 Uhr.

 

 

 

Veranstaltungen

Vortragsveranstaltungen:
Es finden vierteljährlich Vortragsveranstaltungen statt, jeweils am zweiten Sonntag im März, Juni, September und Dezember in der Kemenate  auf Schloss Burg (Solingen-Burg, Schlossplatz)  Beginn 10.30 Uhr.

 

Am 12. September 2021, 10.30 Uhr, referiert im Veranstaltungsraum auf Schloss Burg, Solingen, Dr. Kurt Limbourg, Düsseldorf, über „Die griechischen Städte Unteritaliens und ihre Münzprägung vom 6. Jh. bis zur Eroberung durch Rom“.

Viele Griechen des. Mutterlandes sahen sich ab dem 9. und 8. Jh. v.Chr. gezwungen, nach neuen Lebensräumen zu suchen. Durch die guten Handelsbeziehungen wurde in der Heimat bekannt, welche Siedlungsmöglichkeiten im Westen, d. h. in Unteritalien, bestanden. Folgerichtig begann die Gründung griechischer Städte in Süditalien. Diese Städte und später Stadtstaaten blühten und schufen ihr eigenes Münzwesen mit wunderschönen Beispielen der Münzprägung.

Bitte wegen „Corona" vorher anrufen, ob die Veranstaltung in dem Raum am Grabentor stattfindet, Tel. 02103 / 40549.

 

 

Wir freuen uns über eine rege Teilnahme

 

 

 

Rückblick

„Segovia - Eine spanische Münzstätte und ihre Prägungen zwischen Mittelalter und Früher Neuzeit"

10. Juni 2018

PD Dr. Sebastian Steinbach, Osnabrück, über „Segovia - Eine spanische Münzstätte und ihre Prägungen zwischen Mittelalter und Früher Neuzeit"

Im Jahre 1583 gründete der spanische König Philipp II. (1556-1598) in Segovia neben der bereits seit dem Mittelalter bestehenden Münzstätte eine Prägeanstalt, die bald zu den modernsten ihrer Art in Europa gehören sollte. Dafür ließ er nicht nur von seinem Hofarchitekten Juan de Herrera (1533-1597) ein aufwendiges Gebäude planen und bauen, sondern holte sich auch Experten der Walzenprägung und die dazugehörigen Maschinen aus dem mehr als 1.700 Kilometer entfernten Hall in Tirol nach Zentralspanien - für die damalige Zeit ein gewaltiges logistisches Unternehmen, das nicht ohne Schwierigkeiten ablief. Der Vortrag verfolgt die Geschichte der Münzstätte(n) von Segovia vom Spätmittelalter bis zum Ende des 16. Jahrhunderts und erläutert anhand zahlreicher Karten und Abbildungen die Anlage sowohl des Gebäudes als auch der Prägemaschinen und die spannenden Geschichten dahinter. Darüber hinaus wird der „Weg einer Münze" durch die noch heute zu besichtigende Prägeanstalt nachverfolgt und ein Einblick in die Wirtschafts- und Technikgeschichte des spanischen Weltreiches am Beginn der Frühen Neuzeit gegeben. 

Die Erben Alexanders des Großen in Asien: Graeko-Baktrische und Indo-Griechische Münzen

11.März 2018

Dr. Limbourg, Düsseldorf, über „Die Erben Alexanders des Großen in Asien: Graeko-Baktrische und Indo-Griechische Münzen“.

Über den Eroberungszug Alexanders des Großen bis nach Mittelasien und an die Grenzen Indiens ist viel geschrieben worden. Im äußersten Osten seiner Eroberung ist ein griechisches Reich entstanden, das 300 Jahre bestand, davon ca. 240 Jahre getrennt von der hellenistischen Welt durch eine ca. 2000 km große Entfernung. Von diesem Reich haben nur sehr wenige Zeugnisse die Zeit überdauert und es gibt so gut wie keine schriftlichen Quellen. Alles, was wir über seine Existenz und seine Herrscher wissen, erfahren wir von den Münzen, die zwischen ca. 325 v. Chr. und 10 n. Chr. geprägt wurden. Die Münzen der Hochzeit dieses Reiches sind Paradebeispiele hellenistischer Münzkunst.

Ein Wikingerkönig, normannische Eroberer und die Statuten von Kilkenny - Irlands Münzgeschichte im Mittelalter (10. —15. Jahrhundert)

 12. Juni 2016

Dr. Sebastian Steinbach, Osnabrück: Ein Wikingerkönig, normannische Eroberer und die Statuten von Kilkenny - Irlands Münzgeschichte im Mittelalter (10. —15. Jahrhundert)

 

An der geographischen Peripherie Europas im Mittelalter gelegen, kam die irische Insel erst vergleichsweise spät gegen Ende des 10. Jahrhunderts mit Geld und Münzen in Kontakt. Die jahrhundertelange Fremdherrschaft von Wikingern und Anglo-Normannen hat dafür umso deutlichere Spuren in der irischen Münzprägung hinterlassen und sogar Rückwirkungen auf die Prägungen des Kontinents und insbesondere des Deutschen Reiches gehabt. Der Vortrag verfolgte anhand zahlreicher Karten und Abbildungen die Geschichte des irischen Geldes von den frühen wikigerzeitlichen Imitationen englischer Pennies bis zu den Prägungen aus der Zeit der englischen Rosenkriege (1455-1485) des Spätmittelalters. Auf unserer Reise durch "das Geld der grünen Insel" begegneten uns so interessante historische Persönlichkeiten wie der irische Nationalheld Brian Ború, der aus den Robin-Hood-Erzählungen bekannte "Prinz John" oder der schottische König "Robert the Bruce".

 gez. Günter Unshelm

 

Münzprägung im Königreich Kastillien-León

8. März 2015

Dr. Sebastian Steinbach, Osnabrück: Münzprägung im Königreich Kastillien-León

 

Vom Untergang des Westgotenreiches (711/714) bis zur Mitte des 11. Jahrhunderts wurden von den christlichen Königreichen auf der iberischen Halbinsel nahezu keine eigenen Münzen geprägt. Das wichtigste Umlaufgeld in Nordspanien waren in dieser Zeit die Münzen des muslimisch besetzten Südens aus dem Emirat/Kalifat von Córdoba. Erst danach entstanden erste eigenständige Prägungen im geographischen Raum der späteren Machtblöcke Kastilien-León und Katalonien-Aragón. Das Bedürfnis nach eigenem Münzgeld fällt dabei zusammen mit einem allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung, der mit der Rückeroberung Spaniens von den Mauren (Reconquista) und den Pilgerströmen nach Santiago de Compostela (Jakobsweg) in Verbindung steht. Der Vortrag verfolgt anhand zahlreicher Karten und Abbildungen die Spuren der ersten eigenständigen Münzprägung im Königreich Kastilien-León unter Alfons VI. (1065/1072 -1109) und fragt nach Ursachen und Vorbildern der verschiedenen Emissionen. Dabei werden sowohl die bewegte und spannende Geschichte Spaniens im Hochmittelalter als auch die illustre Heldengestalt von „El Cid" eine Rolle spielen, der den meisten vermutlich durch die gleichnamige Hollywoodverfilmung von 1961 mit Charlton Heston bekannt ist.

Personalia

  • Günter Unshelm

Günter Unshelm trat 1957 dem Verein „Bergische Münzfreunde e.V.“ bei, der heutigen „Bergischen Numismatischen Gesellschaft e.V.“, 1967 wurde er zum Vorsitzenden gewählt und bekleidet dieses Amt bis heute.

Seit 1967 wurden vierteljährlich numismatische Kolloquien mit zahlreichen Dia-Vorträgen durchgeführt. Die kooperative Mitgliedschaft zum Schlossbauverein e.V. führte zu einer fachgerechten Bereicherung und Betreuung der im Museumsbesitz befindlichen Münzsammlung. So konnte mit finanzieller Unterstützung und monatelanger ehrenamtlicher Tätigkeit durch den Verein im Jahre 1969 das Münzkabinett im Rahmen der 75-Jahr-Feier des Bergischen Museums eröffnet werden. Die mit viel Mühe aufgebaute Münzsammlung wurde 1970 gestohlen, aber zu 95% bereits im selben Jahr durch die Kriminalpolizei Frankfurt a. M. wiederbeschafft. Günter Unshelm wurde als sachverständiger Zeuge im Strafprozess beim Landgericht Frankfurt a. M. geladen. Die Initiative der „Bergischen Münzfreunde“ und die gelungene Präsentation der Münzsammlung veranlasste daraufhin Dr. Karl Schneider, Wirtschaftsprüfer in Düsseldorf, seine wertvolle Sammlung von Münzen der Herzogtümer Jülich und Berg im Jahre 1971 dem Museum zu schenken.

Im Mai 1979 waren die „Bergischen Münzfreunde e.V.“ Ausrichter des Frühjahrstreffens der Rheinischen Münzfreunde. Im Oktober 1979 waren die Bergischen Münzfreunde Organisator der Herbstfahrt der Rheinischen Münzfreunde durch das schöne Bergische Land. Die Teilnehmer hatten Gelegenheit, drei Schlösser - Schloss Burg, Schloss Gimborn, Schloss Homburg - zu besuchen und unter anderem ihre numismatischen Schätze zu besichtigen. Am 12.8.1993 wurde Günter Unshelm die Goldene Ehrennadel der Rheinischen Münzfreunde verliehen. Eine Jury unter Vorsitz von Prof. Dr. Bernhard Overbeck, München, beschloss im Jahre 2012, Günter Unshelm den Eligius-Preis 2012 der Deutschen Numismatischen Gesellschaft zu verleihen: Für seine 45jährige Tätigkeit als Vorsitzender der Bergischen Numismatischen Gesellschaft und seine Arbeit „Die Bergischen und Märkischen Goldwaagen 1749-1850“.

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung am 12. Juni 2022 auf Schloss Burg wird Günter Unshelm für seine 64-jährige Mitgliedschaft bei den Bergischen Münzfreunden und für seine 55-jährige Tätigeit als Vorsitzender geehrt- ein Lebenswerk.

Auf der Jahreshauptversammlung 2022 tritt Günter Unshelm nicht mehr als Vorsitzender an. Wir wünschen ihm und seiner Lebenspartnerin eine gute ruhige Zeit auch mit den Münzfreunden.

Ruth Müller